{"id":1311,"date":"2012-11-05T12:34:06","date_gmt":"2012-11-05T11:34:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/?p=1311"},"modified":"2012-11-20T14:23:11","modified_gmt":"2012-11-20T13:23:11","slug":"bericht-ber-die-atlantikberquerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/bericht-ber-die-atlantikberquerung\/","title":{"rendered":"Bericht \u00fcber die Atlantik\u00fcberquerung"},"content":{"rendered":"<p><em>Grenada, den 3. Nov 2012<\/em><\/p>\n<p><big>\u00dc<\/big>ber den Atlantik sind wir schon viele Male gesegelt. Diese letzte \u00dcberquerung fiel etwas aus dem Rahmen:<\/p>\n<h3>Wirbelsturm<\/h3>\n<p><big>S<\/big>chon in Lissabon braute sich der erste tropische Wirbelsturm bei den Azoren zusammen. Wir waren zwar nicht direkt betroffen &#8211; im Zweifel w\u00e4ren wir an die afrikanische K\u00fcste ausgewichen &#8211; aber diese Systeme beeinflussen ja das Wetter \u00fcber gro\u00dfe Teilbereiche des Atlantiks. Wir hatten Gegenwind, wir hatten Flauten &#8211; nichts ist mehr so, wie es fr\u00fcher war.<\/p>\n<p>Wir gerieten in den Einflu\u00df eines zweiten Wirbelsturms auf dem Wege zu den Kap Verden und dann etwas sp\u00e4ter auf der Atlantik\u00fcberquerung bildeten sich mehrere Ans\u00e4tze von Wirbelst\u00fcrmen &#8211; wir waren st\u00e4ndig auf der Hut.<\/p>\n<p>Zum Schlu\u00df kam &#8222;Sandy&#8220;, von dessen Zerst\u00f6rungen Ihr ja alle die Bilder im TV und Internet gesehen habt. Geholfen hat uns beim Wetter (wie schon seit Jahrzehnten) unser Freund G\u00fcnther Hirschberg aus dem Taunus. Wir haben alle paar Tage \u00fcber Iridium seine Expertisen erhalten und waren so bestens pr\u00e4pariert. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank, lieber G\u00fcnther \u2013 und wir freuen uns, wenn Du im kommenden Jahr in den Marquesas und Tuamotus Deine Wetterberichte an Bord der Freydis \u00fcber Pastor erstellst.<\/p>\n<h3>Darminfektion des Skippers<\/h3>\n<p><big>A<\/big>m Tag vor dem Start in Mindelo habe ich, Erich, mir eine schlimme Darminfektion zugezogen und w\u00e4hrenddessen meine Blutdrucktabletten nicht eingenommen. Also die ersten acht Tage habe ich viel Zeit auf dem stillen \u00d6rtchen verbracht und ein paar Tage sp\u00e4ter folgte der brutalen Abmagerungskur eine Blutdruckkrise mit Schwindel. Ich konnte in Mustique gar nicht mehr richtig gehen und bin immer noch nicht ganz wiederhergestellt. Gestern hat mir Heide hochdosiert Kortison verabreicht, heute geht\u00b4s mir deutlich besser, sonst k\u00f6nnte ich diese Zeilen gar nicht schreiben. Wenn in drei Tagen die neue Crew kommt, d\u00fcrfte ich wieder fit sein.<\/p>\n<h3>Erfahrungen mit der Neuen Freydis<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie neue Freydis ist wirklich ein schnelles Schiff, auch auf Vormwindkursen, auf die wir ja auf den ersten T\u00f6rns vergeblich gewartet hatten. Nach 14 Tagen lag das Kernst\u00fcck der Atlantik\u00fcberquerung &#8211; von Mindelo\/Kap Verden nach Barbados &#8211; hinter uns.<\/p>\n<p>Die Flautentage in der Mitte sind wir unter Maschine bei 1200 Umdrehungen gelaufen, wir wollten Diesel sparen und hatten es ja auch nicht so eilig auf der spiegelglatten See. Kr\u00e4ftiger Passat forderte uns auf der ersten H\u00e4lfte. Allen hat es ausgesprochen Spass gemacht, unter ausgebauter Genua und Spi (bis 250 m<sup>2<\/sup>) zu d\u00fcsen. Auch die weniger erfahrenen Steuerleute sind gut zurecht gekommen, denn <em>die Neue<\/em> liegt auch vor dem Wind ausgezeichnet auf dem Ruder, sogar dann, wenn das Schwert oben ist. Die Tage, die wir gewonnen hatten, konnten wir f\u00fcr einen Abstecher in die Grenadinen nach Mustique und Palm Island nutzen.<\/p>\n<p><big>S<\/big>igis Traum von einem Drink und Essen in der Basil-Bar ging in Erf\u00fcllung (wenn auch leider ohne die Royals).<\/p>\n<blockquote>\n<h3>Exkurs 1\u2026<\/h3>\n<p>\u2026f\u00fcr die Experten unter Euch: Gut, dass wir bei der Ausr\u00fcstung der Freydis auf <strong>\u00fcberlangen Spib\u00e4umen<\/strong> bestanden haben (sie sind 8 mtr lang, Durchmesser 120 mm). Richtige Pr\u00fcgel, aber dank des hervorragenden Spinakergeschirrs von SELDEN zu zweit gut zu handhaben und dank eines Tips, der neulich per Mail von meinem Altskipper Detlef kam (er war vor 50 Jahren mein erster Lehrer auf der ORTAC): Wir fahren den bzw die Spib\u00e4ume an separatem Achterholer, die Schot l\u00e4uft extra \u00fcber einen Block, der an der Spitze des Spibaums angebracht ist.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie einzigen Segel, die wir jetzt noch nicht ausprobiert haben, sind das Trysegel und die Doppelgenua. F\u00fcr die Doppelgenua bekommen wir hoffentlich im Pazifik gleichm\u00e4\u00dfigen Passat und auf den Einsatz des Trysegels warten wir gerne noch eine Weile.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie <strong>elektronische Selbststeuerung<\/strong> hatten wir \u00fcbrigens auf der ganzen Reise nicht eingeschaltet, das Boot wurde von Hand gesteuert.<\/p>\n<h3>Exkurs 2<\/h3>\n<p><big>U<\/big>nser Traum vom <strong>unbegrenzten Bordstrom<\/strong> aus den beiden SUPERWIND &#8211; Generatoren und den beiden AMPAIR &#8211; Unterwassergeneratoren w\u00e4re beinahe in Erf\u00fcllung gegangen.<\/p>\n<p>Die SUPERWIND &#8211; Generatoren erf\u00fcllten ihre Vorgaben, waren leise und effizient.<\/p>\n<p>Die AMPAIR &#8211; Unterwassergeneratoren brachten ebenfalls eine gute Leistung. Die ersten 6 Tage hatten wir stets volle Batterien. Aber die Vibrationsger\u00e4usche der U-Wassergeneratoren (ein lautes Kreischen ab 5 Knoten Fahrt durchs Wasser) waren auf die Dauer nicht zu ertragen, weder im Cockpit noch im Achterschiff. Also haben wir sie abmontiert und mu\u00dften \u00fcber die Limas der Hauptmaschine jeden Tag ein bis zwei Stunden nachladen. Sehr \u00e4rgerlich!! Und dem Hersteller ist das Problem angeblich unbekannt\u2026<\/p><\/blockquote>\n<h3>Die Crew<\/h3>\n<p><big>W<\/big>ir waren zu acht. Die Crew war segelbegeistert, einsatzfreudig und hilfsbereit. Zu feiern gab es unterwegs genug, den 55. Geburtstag von Sigi, den 50. von Mario und das &#8222;Bergfest&#8220; war buchst\u00e4blich der H\u00f6hepunkt. Zusammen mit der Rainbow wurde gefeiert, gebadet, getanzt und gelacht. Zum Schlu\u00df der Reise hiess es: Ende gut &#8211; alles gut. Bis auf den kr\u00e4nkelnden Skipper waren alle bestens drauf und wir genossen die abschliessenden Tage auf den Grenadinen in herrlichen Buchten.<\/p>\n<h3>Im Doppel \u00fcber den Teich<\/h3>\n<p><big>W<\/big>ie Ihr wisst, sind wir in Deutschland zeitgleich mit der RAINBOW (eine nagelneue HR 48) unserer Freunde Rosi und Peter Neumayer aus dem Badischen gestartet. Die RAINBOW von Cuxhaven, die FREYDIS von Leer aus. Rosi und Peter segeln ihr komfortables und best ausger\u00fcstetes Boot zu zweit. Wir treffen uns in fast jedem Hafen und auf dem Meer segeln wir oft in Sichtweite. \u00dcber den Atlantik waren wir meist dicht zusammen. Es ist sehr vergn\u00fcglich und wir geniessen dieses freundschaftliche und unkomplizierte Beisammensein sehr. Wie wir uns kennengelernt haben und wie es zum Entschluss kam, die 2 Jahre nach Australien zu Mackern, d.h. zusammen zu segeln, ist eine Geschichte f\u00fcr sich. So viel sei verraten: Sie begann mit dem Verlust der ersten RAINBOW im Mittelmeer und dem Verlust der zweiten FREYDIS in Fukushima.<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fcsse,<br \/>\nHeide &amp; Erich<\/p>\n<p><!-- technorati tags start --><\/p>\n<p style=\"text-align: right; font-size: 10px;\">Technorati Tags: <a href=\"http:\/\/www.technorati.com\/tag\/Atlantik\" rel=\"tag\">Atlantik<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.technorati.com\/tag\/Freydis\" rel=\"tag\">Freydis<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.technorati.com\/tag\/Meer\" rel=\"tag\">Meer<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.technorati.com\/tag\/Segeln\" rel=\"tag\">Segeln<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.technorati.com\/tag\/Weltumsegler\" rel=\"tag\">Weltumsegler<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right; font-size: 10px;\">\n<p><!-- technorati tags end --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grenada, den 3. Nov 2012 \u00dcber den Atlantik sind wir schon viele Male gesegelt. Diese letzte \u00dcberquerung fiel etwas aus dem Rahmen: Wirbelsturm Schon in Lissabon braute sich der erste tropische Wirbelsturm bei den Azoren zusammen. Wir waren zwar nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/bericht-ber-die-atlantikberquerung\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[44,24],"tags":[],"class_list":["post-1311","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-44","category-reisebericht"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1311","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1311"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1311\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1314,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1311\/revisions\/1314"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}