{"id":1712,"date":"2014-04-15T09:09:18","date_gmt":"2014-04-15T08:09:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/?p=1712"},"modified":"2014-04-18T15:08:17","modified_gmt":"2014-04-18T14:08:17","slug":"giftschlange-an-bord","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/giftschlange-an-bord\/","title":{"rendered":"Giftschlange an Bord!"},"content":{"rendered":"<p>Okinawa, den 16. April 2014<\/p>\n<p>Hallo Freunde,<\/p>\n<p>als wir Apra Harbor, den gro&#223;en Naturhafen auf Guam erreichten, schlug das Wetter um. M&#252;hsam und mit UKW-Unterst&#252;tzung des Hafenmeisters k&#228;mpften wir zwei uns durch den dichten Regen an Untiefen und Riffen vorbei Richtung Marianas Yacht Club. Dort erwartete uns schon Bob, ein amerikanischer Segler, der hier vor Jahren mit seiner kleinen Yacht h&#228;ngen geblieben war, um uns &#252;ber die letzten H&#252;rden zu helfen. Da wir bei dem b&#246;igen Wind der angebotenen Muring misstrauten, gingen wir zwischen zwei Riffreihen vor Anker. Als die 80 Meter Kette sich straffte, war das Heck keine 10 Meter mehr vom hinteren Riff entfernt. &#8222;Reine Nervensache!&#8220; beruhigten wir uns.  Bei 80 Metern Kette und 13mm Durchmesser w&#252;rde der 60kg B&#252;gelanker halten.<\/p>\n<p>Bei den Regenschauern lie&#223; sich kein Beamter an Bord blicken. Mit dem Dingi kurvten wir zum Yachtclub, wo uns freundliche Beamte vom Customs schon erwarteten. Die Einklarierung war schnell erledigt. Guam geh&#246;rt zwar zu den USA, aber auf die &#252;blichen Schiffskontrollen, Fingerabdr&#252;cke und Konterfeis wird hier verzichtet.<\/p>\n<p>Zwei Tage sp&#228;ter bekommen wir ungew&#246;hnlichen Besuch an Bord. Eine gro&#223;e Wasserratte war einmal vor Jahren in Valdivia\/Chile zugestiegen. Deren lautstarkes Geknabber in den mit Lebensmitteln vollgestopften Staur&#228;umen unter den Messepolstern hat mich damals fast wahnsinnig gemacht: Ich stellte mir vor, wie sie genussvoll einen Lenzschlauch oder eine elektrische Leitung annagt und was danach dann alles so passiert. Nach einem Tag haben wir ihr den Garaus gemacht mit zwei schnellstens aufgetriebenen Rattenfallen.<\/p>\n<p>Von wem wir hier in Apra Besuch bekamen, beschreibt Heide in einer Mail an ihre Schwester Susanne:<\/p>\n<blockquote><p>\n\t&#8222;Ach ja: Gestern morgen will ich Fr&#252;hst&#252;ck f&#252;r uns machen und hole die Pfanne, da liegt darunter eine 1,5 Meter lange Schlange!! Sie schaut mich an und z&#252;ngelt mir entgegen. Ich konnte es nicht glauben. Stelle die Pfanne schr&#228;g &#252;ber sie. Erich wurde gleich hysterisch, sie k&#246;nne giftig sein, schrie er und ich solle auf die K&#252;hltruhe springen. Ich hab ihn dann im Dingi zu Bob geschickt &#8211; wir liegen vor Anker. Bob macht hier im YC &#8211; Umkreis alles.<\/p>\n<p>Derweil habe ich &#8217;snake-sitting&#8216; gemacht &#8211; sie beobachtet und kontrolliert, dass sie nicht irgendwo verschwindet. Sie hat sich zusammengerollt und dabei die Pfanne hochgedr&#252;ckt, wollte schlafen.<br \/>\nKurz darauf kam Erich mit Bob zur&#252;ck. Der hat sie mit einem schnellen Nackengriff gepackt, aber sie hat ihn dann trotzdem b&#246;se gebissen. Sie habe noch kein schlimmes Gift, hat er gesagt, und am n&#228;chsten Tag lebte er tats&#228;chlich noch: Es war eine junge Schlange, ihr Gift noch ungef&#228;hrlich. Neulich hatte er jedoch eine armdicke in einem Schiff gefangen. Die war dann wirklich gef&#228;hrlich. Sie kommen hier in den Mangroven vor und schwimmen gern und gut, gehen an der Ankerkette hoch oder achtern &#252;ber die Badeplattform. Seitdem greife ich nicht mehr so achtlos im Dunkeln in die Ecken.&#8220;\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2014\/04\/IMG_4169 Kopie 2.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2014\/04\/IMG_4169 Kopie 2.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Nicht nur Katzen haben mehrere Leben<\/h2>\n<p>Bob brachte die Schlange um, eine Braune Baumschlange, und warf sie weit weg ins Wasser. Was macht die? Schwimmt zielstrebig auf die Badeleiter der Freydis zu und will noch einmal an Bord. Da hat er ihr endg&#252;ltig den Garaus gemacht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2014\/04\/IMG_4176 Kopie 2.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2014\/04\/IMG_4176 Kopie 2.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2014\/04\/IMG_4178 Kopie 2.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2014\/04\/IMG_4178 Kopie 2.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Guam z&#228;hlt mit 180.000 Einwohnern und mit 1,8 Mio japanischen Touristen, die hier zollfrei einkaufen k&#246;nnen, dem American Way of Life und dem vielen Milit&#228;r sicherlich nicht zu unseren Favoriteninseln. Trotzdem haben wir uns wohlgef&#252;hlt: Wir trafen sehr nette Yachties aus aller Welt &#8211; die meisten davon wie wir auf dem Wege nach Japan und Alaska, bewunderten die Bucht, in der Magellan das erste Mal seit Feuerland fremden Boden betrat und bekamen schnell Kontakt zu den Mitgliedern des Marianas Yachtclub, die uns in jeder Weise behilflich waren. Leider hatten wir durch den Taifun auf dem vorangegangenen T&#246;rn wertvolle Tage verloren. Gerne w&#228;ren wir noch geblieben, auch, um die Seele ein wenig baumeln zu lassen.<\/p>\n<p>Daf&#252;r hatten wir dann Zeit auf dem Folget&#246;rn von Guam nach Okinawa &#8211; dachten wir optimistisch. Aber es kam mal wieder ganz anders!<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt.<\/p>\n<p>Herzlich<br \/>\nHeide + Erich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Okinawa, den 16. April 2014 Hallo Freunde, als wir Apra Harbor, den gro&#223;en Naturhafen auf Guam erreichten, schlug das Wetter um. 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