{"id":2347,"date":"2015-12-22T22:22:36","date_gmt":"2015-12-22T21:22:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/?p=2347"},"modified":"2015-12-22T23:42:13","modified_gmt":"2015-12-22T22:42:13","slug":"episode-5-fernando-noronha-der-finger-gottes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/episode-5-fernando-noronha-der-finger-gottes\/","title":{"rendered":"Episode 5: Fernando Noronha \u2013 der Finger Gottes"},"content":{"rendered":"<p>\n\t<i>Dienstag, 22.12.2015, La Palma<\/i>\n<\/p>\n<p><center align=\"right\"><i><font color=\"#606060\"><big>Die Insel war so isoliert, da\u00df sie eigene Arten von Pflanzen und Tieren entwickelte, sie war auch so fern, da\u00df ein eigener Menschenschlag sich fand.<\/big><\/p>\n<p>(Joseph Conrad)<\/font><\/i><\/center><\/p>\n<p><big><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/veroeffentlichungen\/episoden\/\">Alle Episoden<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><\/big><\/p>\n<p><big>E<\/big>in \u00fcbellauniger Geselle kann er sein, der Passat, das ist f\u00fcr Seeleute keine neue Erkenntnis, aber diesmal hat er es bei seinen \u00fcberm\u00fctigen Katz und Maus-Spielchen (wir als Maus) wirklich etwas zu weit getrieben. Nie lie\u00df er die Freydis zur Ruhe kommen, fauchte sie st\u00e4ndig grimmig von allen Seiten an, wirbelte ruppige Seen auf und machte zudem noch gemeinsame Sache mit dem S\u00fcd\u00e4quatorialstrom, der unser gutm\u00fctiges Schifflein immer st\u00e4rker WNW-lich und weg von unserer Zielgeraden versetzte. Aber nun, da dieser Quertreiber seine Kraft verliert, k\u00f6nnen wir einen g\u00fcnstigeren Kurs laufen, dem Passat endlich den R\u00fccken kehren.<\/p>\n<p>Das Segeln wird wieder segelnswert! Ruhig gleitet die Freydis jetzt \u00fcber die zwar hohen, aber weichen und langgezogenen Wellen der atlantischen S\u00fcd\u00e4quatorialzone. Dankbar f\u00fcr diese angenehme Erleichterung liegen wir auf den mit Schaumstoff-Matten gepolsterten B\u00e4nken im Cockpit und genie\u00dfen entspannt den vertr\u00e4umten Abendhimmel. Wir sind m\u00fcde von den zuletzt durchgestandenen Tagen auf See. Segeln ist eben kein M\u00fc\u00dfiggang, nicht einmal das Passatsegeln auf der &#8222;Barfu\u00dfroute&#8220;. St\u00e4ndig erfordert es Einsatz, wenn auch mit unterschiedlicher Intensit\u00e4t. Den Elementen ist es schnurzegal, ob wir fit, ersch\u00f6pft oder seekrank sind. Regelm\u00e4\u00dfig m\u00fcssen Segel, Rigg, Maschine, Batterien, Sicherheitseinrichtungen etc., etc. kontrolliert, jede Ver\u00e4nderung des Windes, der Str\u00f6mung, des Seegangs, des Himmels, der Bordger\u00e4usche mu\u00df wahrgenommen und auf eine m\u00f6gliche Gef\u00e4hrdung des Schiffes \u00fcberpr\u00fcft werden, um gegebenenfalls blitzschnell handeln zu k\u00f6nnen. Es geh\u00f6rt zur guten Seemannschaft, da\u00df alle &#8222;normalen&#8220; Instandhaltungsarbeiten auf See erledigt werden. Die meist kurzen Landaufenthalte sind uns f\u00fcr Lappalien-Reparaturen auch viel zu schade, da wir zudem erfahrungsgem\u00e4\u00df wissen, da\u00df meist doch noch genug Reparaturbed\u00fcrftiges \u00fcbrig bleibt, das nur im Hafen oder am Liegeplatz in Ordnung gebracht werden kann, was dann zwangsl\u00e4ufig die Mu\u00dfezeit an Land verk\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Der wunderbar klare Himmel \u00fcber uns glitzert voller funkelnder Punkte. Einer davon jagt wie ein himmlischer Eilkurier zwischen den anderen hindurch. &#8222;Kann nur ein Satellit sein&#8220;, kommentiert Erich, und ich &#8211; v\u00f6llig unsentimental &#8211; &#8222;vielleicht kann das GPS ja damit endlich wieder mal einen Ort berechnen&#8220;. Und wer sagt&#8217;s denn, kurz darauf haben wir tats\u00e4chlich unseren Standort &#8211; halt per Eilboten.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen schleicht sich von hinten ein Damferunget\u00fcm an. Als es blo\u00df noch eine Meile entfernt ist, starten wir &#8211; f\u00fcr alle F\u00e4lle &#8211; die Maschine, man wei\u00df ja nie, wer auf einer Br\u00fccke gerade Ausguck h\u00e4lt oder nicht h\u00e4lt, vielleicht das Radar ganz alleine? Aber nein, wir werden \u00fcber UKW gerufen. Der anonyme Gro\u00dffrachter entpuppt sich als Russe mit St\u00fcckgut von Italien nach Rio do Sul in Brasilien. Der Funker m\u00f6chte wissen, woher wir kommen und welches Ziel wir haben.<br \/>\nVon Cuxhaven in Deutschland, antwortet Erich, und wir seien auf dem Weg in die Antarktis. Der Russe fragt noch einmal nach: &#8222;Where are you going?&#8220; Vielleicht glaubt er, wir wollten ihn auf den Arm nehmen oder er h\u00e4tte sich verh\u00f6rt. &#8222;Erst einmal nach Fernando Noronha&#8220;, erkl\u00e4rt ihm Erich, der Funker ist&#8217;s zufrieden. Viel Gl\u00fcck und gute Fahrt w\u00fcnscht er uns, und als das Riesenschiff keine 50 Meter von unserer Nu\u00dfschale entfernt vorbei brummt, winken uns einige Besatzungsmitglieder freundlich zu. Wir freuen uns, winken zur\u00fcck. Auch heute noch, wo viele Yachten und Schiffe den Atlantik queren, ist der rasch verg\u00e4ngliche Augenblick, in dem sich zwei Schiffe inmitten des weiten Ozeans freundlich begegnen, etwas Besonderes, Erfreuliches, jedenfalls f\u00fcr uns &#8211; ein Hauch von der alten Freiheit der Meere.<\/p>\n<h3>Und noch etwas Erfreuliches. Endlich Delphine um unser Schiff!<\/h3>\n<p>Sie haben uns also doch noch gefunden. Wie lange habe ich schon auf diese freundlichen Meeresbewohner gewartet, nun sind sie da, umkreisen uns wie gute alte Bekannte. Eine ganze Weile begleiten sie uns, etwa ein Dutzend gr\u00f6\u00dfere und kleinere Tiere. Eine Familie, eine Schule? Einer der Gr\u00f6\u00dferen ist verletzt; wenn er auftaucht oder springt, sehen wir eine klaffende Wunde an seinem Maul. Wir fragen uns, woher sie wohl r\u00fchrt. Von einem Hai, einer Schiffsschraube, einem Netz? Der Delphin kann es uns nicht sagen, er schwimmt tapfer weiter in seiner Gruppe mit.<\/p>\n<p>Der Himmel hat sich bezogen, es nieselt. Mitte Juli bekommen wir gerade noch das Ende der Regenzeit mit, der letzte Rest an Feuchtigkeit wird noch \u00fcber uns ausgewrungen. Danach wird es trocken und viel hei\u00dfer werden und auf den Inseln wird die gro\u00dfe D\u00fcrre einsetzen, bis zur n\u00e4chsten Regenzeit.<\/p>\n<p>Kr\u00e4ftige B\u00f6en pusten ins Schmetterlingssegel und lassen unser Schiffchen ganz sch\u00f6n temperamentvoll durch die Seen geigen. Unentwegt surrt die elektronische Selbststeueranlage und signalisiert ihren hohen Einsatz beim Kurshalten &#8211; aber keiner von uns will ihr das schwere Joch des Rudergehens abnehmen. Warum auch, dazu ist sie ja schlie\u00dflich da. Hoffentlich h\u00e4lt sie durch.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag kommen voraus zwei Leuchtfeuer in Sicht. Eines steht auf Fernando Noronha selbst, das andere auf einem Felsen nord\u00f6stlich der Insel. Schon einmal, auf unserer ersten Atlantik\u00fcberquerung mit der Freydis vor zehn Jahren, haben uns die beiden Lichter sicher zu dem 600 sm von der brasilianischen K\u00fcste entfernten Eiland geleitet, auf dem wir unvergesslich sch\u00f6ne Tage verbrachten. Wie mag es uns jetzt empfangen? Ist es noch immer das unverdorbene Naturparadies geblieben, das wir kennengelernt haben, oder hat auch hier schon der S\u00fcndenfall stattgefunden?<\/p>\n<p>Nur noch drei Meilen bis zum Ziel. Das Geschrei und Gezwitscher unserer unsichtbaren Begleiter in der Luft dringt immer lauter durch die rabenschwarze Neumondnacht. Wir beratschlagen, ob wir nicht lieber den Morgen auf See abwarten sollten, um bei Helligkeit die Ankerbucht anzulaufen. Jede Menge Felsen und blinde Klippen lauern um die Insel herum und sogar drinnen in der Bucht. Bei Dunkelheit k\u00f6nnen sie einen in b\u00f6se Schwierigkeiten bringen. Andererseits sind wir von der Aussicht, eine lange Nacht vor dem gesch\u00fctzten Ankerplatz beigedreht zu liegen oder hin und her kreuzen und Wache gehen zu m\u00fcssen, gar nicht begeistert. Wir entscheiden uns schnell: Wir kennen die Bucht ja schon und verf\u00fcgen zudem diesmal \u00fcber Radar und GPS. Wir beschlie\u00dfen also, mit aller Vorsicht einzulaufen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Erich am Ruder die vorgelagerten Felsen und Klippen mit dem Handscheinwerfer sucht und anleuchtet, verfolge ich unten in der Navigation mit Hilfe von Radar und GPS den Kurs auf der Karte. Die Zusammenarbeit klappt hervorragend. Problemlos finden wir den Weg in die nach S\u00fcden weit ge\u00f6ffnete Bucht und laufen auf ein Licht am Ufer zu, das wir als das Arbeitslicht der kleinen Fischereigenossenschaft wiedererkennen. Auf f\u00fcnf Meter Wassertiefe f\u00e4llt der Anker. Als wir sicher sind, da\u00df er gegriffen hat, setzen wir uns noch ein Weilchen ganz und gar zufrieden ins Cockpit. Wir h\u00f6ren den V\u00f6geln zu und der See, die am nahen Ufer die kleinen Steine im Rhythmus der Wellen unerm\u00fcdlich hin und her rollt und freuen uns auf den n\u00e4chsten Tag an Land.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/1-Atlantik 2002-05.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/1-Atlantik 2002-05.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><center align=\"right\"><i><font color=\"#606060\">Fernando de Noronha: Das alte Fort mit dem Pico<\/font><\/i><\/center><\/p>\n<h3>Ein geradezu paradiesischer Morgen\u2026<\/h3>\n<p>\u2026l\u00e4dt uns in den neuen Tag ein. Kein knatternder Au\u00dfenborder, kein Hafenl\u00e4rm, unsere Sinne nehmen nur sanfte Meeres- und Vogelstimmen auf. Ein Tagesanbruch wie auf einer menschenleeren Insel. Beim Fr\u00fchst\u00fcck bemerken wir allerdings, da\u00df in der Bucht doch nicht mehr alles Natur pur ist. Seit unserem letzten Besuch hat sich doch einiges ver\u00e4ndert. Da ist eine stramme Steinpier reingemauert worden, die ein Hafenbecken abtrennt, das den kleinen Fischerbooten Schutz vor n\u00f6rdlichen Winden bietet, vor denen sie fr\u00fcher zur gegen\u00fcberliegenden Seite der Insel fl\u00fcchten mu\u00dften.<\/p>\n<p>Und dann &#8211; unverkennbar &#8211; Touristen! Entsetzt sehen wir uns an, als h\u00e4tten wir die Schlange im Paradies entdeckt. Den Gedanken, da\u00df wir wohl selbst auch ein Teil dieser &#8222;Schlange&#8220; sind, verdr\u00e4ngen wir dabei gro\u00dfz\u00fcgig. Stattdessen beobachten wir mit dem ver\u00e4rgerten Argwohn solcher Zeitgenossen, die glauben, \u00e4ltere Rechte zu haben, die fremden und doch so \u00fcblich-wohlvertrauten bunten Feriengestalten, die sich, auf den Steinen der Mole herumkraxelnd, bem\u00fchen, das alte Franzosenfort und dazu den Berg &#8222;Pico&#8220;, das Wahrzeichen der Insel, mit Fotoapparaten und Videokameras einzufangen.<\/p>\n<p>Ganz in unserer N\u00e4he schwoit eine schnittige Yacht, die einmal bessere Tage gesehen haben mu\u00df. Viele Rosttr\u00e4nen haben schmutzigbraune Spuren auf ihrem wei\u00dfen Kleid hinterlassen. Sie wirkt nicht nur verlassen und heruntergekommen, sie ist es auch. Ihre Geschichte geh\u00f6rt auch nicht gerade in unser Paradies. Der Hafenmeister erz\u00e4hlt uns sp\u00e4ter, da\u00df sie vor ein paar Jahren als Kokainschmuggel-Werkzeug an der brasilianischen K\u00fcste beschlagnahmt und anschlie\u00dfend als brasilianisches Staatseigentum nach Fernando Noronha gebracht worden war. Seitdem rostet sie hier vor sich hin und wird&#8217;s wahrscheinlich auch weiter tun. Niemand f\u00fchlt sich f\u00fcr sie zust\u00e4ndig, deshalb kann sie auch nicht verkauft werden. Schade drum.<\/p>\n<p>An Land sp\u00fcren wir den Pl\u00e4tzen nach, die wir vom letzten mal noch in Erinnerung haben. Wir wandern \u00fcber die Insel zum alten Fort, besuchen das einzige, 1500 Einwohner z\u00e4hlende Dorf <i>Vila dos Remeclios<\/i>, und die wundersch\u00f6nen kleinen Buchten, von denen die meisten auch heute noch menschenleer sind. Mit ihren bl\u00fctengespickten S\u00e4umen aus sattgr\u00fcnem tropischen Regenwald-Dschungel, ihrem t\u00fcrkisfarbenen, glasklaren Wasser, das Tausende von Meilen kein Land ber\u00fchrt, bevor es der S\u00fcd\u00e4quatorialstrom hier an die Ufer dieser Insel sp\u00fclt, kommen sie uns noch immer vor wie ungeschliffenen Juwelen aus der verborgenen Schatztruhe unserer Natur.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/7-IMG0010.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/7-IMG0010.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><center align=\"right\"><i><font color=\"#606060\">Eine Krabbe im glasklaren Wasser<\/font><\/i><\/center><br \/>\n<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/1a-IMG0007.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/1a-IMG0007.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><center align=\"right\"><i><font color=\"#606060\">Im Dorf Vila dos Remedios<\/font><\/i><\/center> <\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir in einer dieser Wonnebuchten baden und es uns richtig gut gehen lassen, frage ich Erich scherzhaft, ob wir nicht vielleicht doch lieber hier \u00fcberwintern sollten, statt ausgerechnet in der Antarktis. &#8222;Was willst du eigentlich&#8220;, antwortet er mit gespielter Entr\u00fcstung, &#8222;auf der Vulkaninsel, wo wir hinwollen ist das Wasser doch genauso sauber und sogar viel w\u00e4rmer als hier und dort kannst du auch deine Sachen unbeaufsichtigt am Strand liegenlassen. Pinguine und Robben sind bekannt f\u00fcr ihre Ehrlichkeit. Au\u00dferdem kommt dort bestimmt keiner auf die Idee uns 27 $ Liegegeld pro Tag abzukn\u00f6pfen&#8220;.<\/p>\n<p>Dagegen l\u00e4\u00dft sich kaum was sagen!<\/p>\n<p>Die teuren Hafengeb\u00fchren werden sich unter den Seglern schnell herumsprechen. Wahrscheinlich werden in Zukunft nur noch wenige, zahlungskr\u00e4ftige Yachten die Insel f\u00fcr mehr als ein paar Tage aufsuchen. Und genau das will man auf Fernando Noronha ja erreichen: Qualit\u00e4t statt Quantit\u00e4t. Besonders seit gro\u00dfe Teile des dem brasilianischen Festland vorgelagerten Archipels &#8211; einschliesslich Fernando Noronha &#8211; 1988 zum Nationalpark erkl\u00e4rt wurden, kommen auch immer mehr Touristen und bringen Geld in die Kasse. Ein unkontrollierter Touristenboom allerdings, der keine R\u00fccksicht auf die Natur nimmt, h\u00e4tte binnen kurzem die Zerst\u00f6rung der Urspr\u00fcnglichkeit der Insel zur Folge, deretwegen die G\u00e4ste ja gerade kommen. Das wollen sowohl die Natursch\u00fctzer wie auch die &#8222;Kassierer&#8220; verhindern. Noch ist der Tourismus &#8222;handlich&#8220; &#8211; hohe Preise und geringe Bettenkapazit\u00e4t halten die G\u00e4stezahl niedrig. Pauschalreisen von Recife aus lassen sich nur f\u00fcr eine Woche buchen, Anreisen auf eigne Faust sind bisher noch nicht m\u00f6glich, wenn man nicht gerade mit der eigenen Yacht daherkommt. Bisher gibt es nur ein einziges Hotel auf der Insel. Ein zweites, gr\u00f6\u00dferes ist allerdings geplant. Man kann nur hoffen, da\u00df es nicht zu gro\u00df ger\u00e4t, nicht weitere folgen, da\u00df die Natur nicht auch hier vor der Profitgier kapitulieren mu\u00df.<\/p>\n<p>Wir staunen nicht schlecht: das alte Hotel, das wir kannten, hat sich herausgeputzt, ist voller Leben. Bei unserem letzten Besuch hatten wir die Wellblechh\u00fctten, die damals gar nicht als Hotel zu erkennen waren, in einem desolaten Zustand vorgefunden. Die H\u00fctten waren in den Sechziger Jahren von den &#8222;Gringos&#8220; w\u00e4hrend ihrer Satellitenbeobachtungen bewohnt worden, sp\u00e4ter in die H\u00e4nde der brasilianischen Regierung \u00fcbergegangen, die sie zum Hotel umfunktionierte. Notorischer G\u00e4stemangel und Versorgungsprobleme hatten aber bald wieder zu seiner Schlie\u00dfung gef\u00fchrt. An G\u00e4sten mangelt&#8217;s nun nicht mehr, es ist angebaut worden und alles ist belegt. Auch das Versorgungsproblem scheint gel\u00f6st. Diesen Eindruck bekommen wir jedenfalls beim Abendessen in der Hotelkantine. Unser Hunger auf Frischfleisch, Gr\u00fcnzeug und Obst wird auf&#8217;s Beste und dazu noch recht preiswert gestillt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend eines solchen Essens lernen wir auch den jungen Ozeanografen Jos\u00e9 Martin kennen, der hier als Naturschutzbeauftragter arbeitet. Nat\u00fcrlich besuchen wir seine Film- und Diavortr\u00e4ge, mit denen er versucht, den Touristen und Einheimischen mehr Wissen und damit Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die so einzigartige Natur der Insel zu vermitteln.<\/p>\n<p>Wie die Felsen von St. Peter und Paul ist auch Fernando Noronha nur die Spitze eines gigantischen submarinen, erloschenen Vulkans. Im Gegensatz zu den festlandsnahen Inseln hatte sie aber niemals Verbindung mit dem Kontinent. Die Insel war so isoliert, da\u00df sich \u00e4hnlich wie auf den Galapagos im Pazifik und auf Aldabra im Indic, endemische Arten von Tieren und Pflanzen entwickelten, also Flora- und Fauna-Arten, wie sie nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind. Zum Beispiel eine spezifische T\u00f6lpel-Art und Landkrabben, die eine beachtliche Gr\u00f6\u00dfe (bis 20 cm Durchmesser) erreichen k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen sie h\u00e4ufig auf unseren Abendspazierg\u00e4ngen beobachten, wenn sie gemeinsam mit uns \u00fcber die Insel Richtung Strand marschieren. Angesichts solcher &#8222;Zehen-Amputierer&#8220; bewege ich mich durch Wiesen und Gestr\u00fcpp nur noch wie ein Storch im Salat. Zum Ausgleich gibt&#8217;s hier aber keine Schlangen, ja \u00fcberhaupt nichts Giftiges, auch keine Insekten &#8211; von Moskitos wird niemand geplagt. Unter den Pflanzen ist eine Fichtenart inselspezifisch. Zum Gl\u00fcck wurde sie 1832 nicht ausgerottet, als s\u00e4mtliche B\u00e4ume auf der Insel gef\u00e4llt wurden, um zu verhindern, da\u00df hierher verbannte Gefangene die Insel mit Hilfe von Fl\u00f6\u00dfen verlie\u00dfen.<\/p>\n<h3>Die Delphine<\/h3>\n<p>Jos\u00e9 Martin arbeitet auch an einem Projekt zur Erforschung der Delphine. Diese Tiere leben zwar in allen Ozeanen, aber nur an zwei Orten, auf Fernando Noronha und in der Kealakekuabucht der Hawaii-Insel Big Island kann man sie in gr\u00f6\u00dferer Zahl das ganze Jahr \u00fcber beobachten. Jos\u00e9 und seine Freunde holen uns eines Morgens mit dem Landrover ab und nehmen uns mit zur Bahia Leon, der Delphinbucht. Der Delphin-Beobachtungsposten liegt am Rand eines 150 Meter hohen, halbkreisf\u00f6rmigen Felsenkliffs, das eine gro\u00dfe, nahezu strandlose Bucht umgibt. Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick auf das klare gr\u00fcne, sich zum Ausgang der Bucht immer tiefer blau verf\u00e4rbende Wasser bis weit hinaus auf&#8217;s offenen Meer. So leicht kann uns nichts entgehen, was sich da unten bewegt. Wir entdecken Schildkr\u00f6ten, die dicht unter der Wasseroberfl\u00e4che auf gelblichen Korallenk\u00f6pfen weiden und immer mehr Delphine, die eine wahre Akrobatikshow abziehen. Paarweise oder in kleinen Gruppen ziehen sie durch die Bucht, dabei immer wieder mehrere Luftspr\u00fcnge hintereinander vollf\u00fchrend, in die sie auch noch Doppel- und Dreifachaxel einbauen, geradeso, als m\u00fc\u00dften sie bei einer K\u00fcr den h\u00f6chsten Schwierigkeitsgrad erreichen. Ihre kunstvollen Spr\u00fcnge haben ihnen den Namen &#8222;Gofinos rotatores&#8220; (rotierende Delphine) eingebracht.<\/p>\n<p>&#8222;Die Bucht ist der Ort, wo sich die Delphine paaren, ihre Jungen geb\u00e4ren und aufziehen, und wo sie Ruhe finden, wenn sie bei Sonnenaufgang von See zur\u00fcckkehren, wo sie in der Nacht fischen&#8220;, erkl\u00e4rt uns Jos\u00e9. Fr\u00fcher seien die Tiere h\u00e4ufig durch Fischer, Taucher und Tierbeobachter gest\u00f6rt worden. Sie h\u00e4tten sich immer seltener hier aufgehalten. Erst als die Bucht vor zwei Jahren f\u00fcr alle Schiffe gesperrt worden sei, habe ihre Zahl wieder zugenommen. 80 z\u00e4hlt Jos\u00e9 an diesem Morgen, darunter auch Jungtiere. <\/p>\n<p>Zehn Monate dauert die Tragzeit, erfahren wir, und bei Geburt sind die Jungen ca. 80 cm lang. Erwachsene Tiere erreichen durchschnittlich 1.90 m und 90 kg &#8211; Gr\u00f6\u00dfe und Gewicht eines kr\u00e4ftigen Menschen also. Kaum zu glauben, wenn man ihrem Pirouettentanz auf dem Wasser zuschaut, der so federleicht, anmutig und spielerisch erscheint Was sie zu dieser Leistung treibt, kann uns Jos\u00e9 auch nicht sagen. Schiere Freude am Leben vielleicht? Man m\u00f6chte es fast glauben, denn ein bi\u00dfchen davon \u00fcbertr\u00e4gt sich beim Anblick auf uns selbst.<\/p>\n<h3>Tauchen und Schnorcheln<\/h3>\n<p>Zum Tourismus geh\u00f6rt heutzutage nat\u00fcrlich auch eine Tauchschule. Kein Wunder, die Bedingungen f\u00fcr diesen Sport sind hervorragend. Da\u00df dabei allerdings auch Erfahrene nicht vor \u00dcberraschungen sicher sein k\u00f6nnen, das demonstriert unfreiwillig ein Tauchlehrer seinen Sch\u00fclern, w\u00e4hrend wir in der N\u00e4he schnorcheln. Eine armdicke &#8222;zahme&#8220; Mur\u00e4ne, der er liebevoll seine Hand entgegenstreckt, mi\u00dfversteht diese freundliche Geste und bei\u00dft b\u00f6se zu. Ein kleines Gefahrenspielchen ist wohl auch der vertraute Umgang mit den &#8222;gar nicht angriffslustigen&#8220;, bis zu zwei Meter langen Haien. Das jedenfalls berichten Taucher, die Haie dort in Notwehr harpunieren mu\u00dften. Wir schnorcheln am liebsten in den schwimmbeckenartigen Vertiefungen des Au\u00dfenriffs, zu Fu\u00df keine zehn Minuten von unserer Ankerbucht entfernt. Dort gibt es keine Haie und das Wasser ist bei Ebbe so durchsichtig wie in einem Aquarium. In Ruhe l\u00e4\u00dft sich fast die gesamte Unterwasserflora und -fauna der Insel bewundern.<\/p>\n<h3>Aber nun zu unseren seglerischen Pflichten<\/h3>\n<p>Die kleine Hotelwerkstatt, die Tauchger\u00e4te ebenso repariert wie alte Autos, schwei\u00dft auch unser gerissenes Auspuffrohr wieder zusammen. Die Dichtungsmasse, mit der wir auf See den Ri\u00df provisorisch zugespachtelt hatten, war bereits am Platzen. Einen ganzen Tag sind wir mit Schleppen, Schwei\u00dfenlassen und dem Aus- und Einbau des schweren Rohres besch\u00e4ftigt. Aber die beruhigende Gewi\u00dfheit, unter Motor nicht mehr Gefahr zu laufen, mit Abgasen vergiftet zu werden, ist dies Opfer allemal wert. Danach kommt die Haut der Freydis dran: das Unterwasserschiff mu\u00df unbedingt vom Bewuchs gereinigt, der ganze Rumpf frisch gestrichen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/2-Atlantik 43.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/2-Atlantik 43.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><center align=\"right\"><i><font color=\"#606060\">Trockenfallen am Strand: das Unterwasserschiff ben\u00f6tigt einen neuen Anstrich.<\/font><\/i><\/center><\/p>\n<p>Am Vormittag lassen wir uns deshalb am Strand der Ankerbucht trocken fallen. Bei den zuschauenden Fischern sorgt unser aufholbarer Drehkiel f\u00fcr &#8222;hei\u00dfe&#8220; Diskussionen in der prallen Sonne. Zwei Tiden n\u00fctzen wir aus, um bei Niedrigwasser zu kratzen, zu schrubben und zu pinseln, dann ist die Freydis wieder feuerrot &#8211; wir auch &#8211; trotz Sonnenschutzcreme. Aber nun &#8222;d\u00fcrfen&#8220; wir innen werkeln. Alle Bilgen m\u00fcssen gelenzt werden. Die achtere Toilette hat ein Leck, das wir jetzt erst entdecken und abdichten. Die Bilge ist eine Jauchegrube, eine Riesenschweinerei! Nach dem Pumpen m\u00fcssen wir den letzten Rest sogar mit Schw\u00e4mmen und B\u00fcrsten rausholen. &#8222;Jetzt wei\u00df ich wenigstens wozu man Kielschweine braucht&#8220;, motze ich, w\u00e4hrend wir im stinkenden Sumpf w\u00fchlen. &#8222;Arbeit adelt&#8220;, verk\u00fcndet Erich trocken.<\/p>\n<p>Die Insel wollen wir auf keinen Fall verlassen, ohne den 323 Meter hohen, turmartigen &#8222;Pico\u201d bestiegen zu haben, dessen Gipfel eines der beiden Leuchtfeuer tr\u00e4gt, die uns den Weg zur Insel wiesen. Zu Zeiten Amerigo Vespuccis, der das Atoll auf seiner dritten Reise nach Brasilien 1503 als Erster besucht haben soll, diente der Pico zwar noch nicht als \u00fcberdimensionaler Leuchtturm, aber es ist trotzdem anzunehmen, da\u00df er es war, der dem Schiff die Insel verriet. Wer k\u00f6nnte diesen abgeknabberten Lavapfeiler auch \u00fcbersehen, der so auff\u00e4llig und kerzengerade in den Himmel ragt und deshalb auch &#8222;Finger Gottes&#8220; hei\u00dft? Vor vielen Millionen Jahren erhob sich hier ein hoher Aschenkegel aus dem Meer, der gelegentlich auch Lava spuckte. Als seine vulkanische T\u00e4tigkeit erlosch, verwitterte der Berg. Wind und Wellen trugen Asche und d\u00fcnne Lavastr\u00f6me mit sich fort. Nur der massive Lavasockel und der riesige Lavapfropf, der den Vulkanschlot ausf\u00fcllte, blieben \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Die Insel und der Pico waren geboren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/3-Atlantik 44.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/3-Atlantik 44.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><center align=\"right\"><i><font color=\"#606060\">Besteigung des Pico\u2026<\/font><\/i><\/center><\/p>\n<p>Auch Darwin erw\u00e4hnt den Berg in seinem Tagebuch 1831 bis 36. Weil er das Archipel zur Trockenzeit anlief, beschrieb er dessen Vegetationsmantel als \u00e4u\u00dferst sp\u00e4rlich. Wir dagegen stapfen durch \u00fcppig wucherndes Gr\u00fcn bis zu seinem Fu\u00df. Dann allerdings stehen wir vor einer fast nackten Felswand.<\/p>\n<h3>Gipfelbesteigung<\/h3>\n<p>Es ist fr\u00fch am Morgen und wir haben noch eine Stunde Zeit, bis die Sonne den Berg wieder wie einen riesigen Schamottstein aufheizt. Bis dahin wollen wir den Gipfel der Lavas\u00e4ule erklommen haben. Da\u00df man das \u00fcberhaupt kann ohne ein verwegener Freeclimber zu sein, verdanken wir wieder einmal der amerikanischen Armee, die in den vierziger Jahren die Insel als Federal Territory verwaltete und eine schmale eiserne Himmelsleiter, die auch \u00fcberh\u00e4ngende Felsw\u00e4nde \u00fcberbr\u00fcckt, bis zum Gipfel baute. Manche Abschnitte sehen allerdings nicht mehr allzu vertrauenserweckend aus. Einzementierte Verankerungen haben sich gel\u00f6st, Stufen und Stangen sind verbogen oder durchgerostet. Erich hat Bedenken sich und sein Gewicht da dranzuh\u00e4ngen. Ich werde als Testperson vorweggeschickt. &#8222;Wenn sie h\u00e4lt, sagt das doch noch gar nichts, schlie\u00dflich bist du doppelt so schwer wie ich&#8220;, gebe ich zu bedenken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/4-Atlantik 45.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/4-Atlantik 45.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><center align=\"right\"><i><font color=\"#606060\">\u2026auf rostigen Eisenleitern\u2026<\/font><\/i><\/center><\/p>\n<p>&#8222;Gut, aber wenn sie nicht h\u00e4lt, sagt das schon eine Menge&#8220;, grinst Erich. Tapfer hangeln wir uns immer h\u00f6her, vermeiden dabei nach unten zu schauen, wir sind beide nicht schwindelfrei. Mu\u00df der Blick aber doch mal sein, \u00fcberkommt uns schlagartig ein m\u00e4chtiges Gef\u00fchl des Hinabst\u00fcrzens. Also immer sch\u00f6n nach oben gucken, Angst verdr\u00e4ngen und gut festhalten. Nach einer Stunde haben wir den Gipfel des Berges und auch unseres Berg-Schwindels erreicht. Ach h\u00e4tte ich doch blo\u00df meinen Lifebelt mitgenommen, dann k\u00f6nnte ich mich wenigstens irgendwo festbinden! Vom Festkrallen schmerzen mir schon die Finger. Und ein ganz sch\u00f6n steifer Passatwind weht hier oben auch.<\/p>\n<p>T\u00f6lpel, Fregatten, Seeschwalben und Tropikv\u00f6gel segeln dicht an uns vorbei. In der Sonne leuchten ihre Fl\u00fcgel grellwei\u00df vor der schwarzen Lavawand. Geschickt nutzen sie die Auf- und Abwinde am Berg, lassen sich hochrei\u00dfen und in die Tiefe st\u00fcrzen. Einige sitzen mit ihrer Brut auf winzigen Vorspr\u00fcngen senkrechter W\u00e4nde. Haben die Nerven! Ich kann gar nicht hinschauen. Wir kauern uns ganz oben neben das Leuchtfeuer, blicken aus der Vogelperspektive \u00fcber die sonnige Insel, die Felsenkegel im Meer, die Str\u00e4nde und Buchten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/5-Atlantik 46.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/5-Atlantik 46.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><center align=\"right\"><i><font color=\"#606060\">\u2026bis auf die Spitze mit herrlichem Rundblick\u2026<\/font><\/i><\/center><\/p>\n<p>In ihrer Ankerbucht schwoit eine winzige Freydis. Die Luft l\u00e4\u00dft sich gen\u00fc\u00dflich einsaugen, die Fernsicht l\u00e4\u00dft sich nicht beschreiben.<\/p>\n<p>Aber wir Banausen erleben das alles nur unter Vorbehalt: Die Vorstellung, auch wieder hinunter zu m\u00fcssen, vermiest uns unseren Gipfelsieg. Wie hei\u00dft es so sch\u00f6n: &#8222;Schuster bleib bei deinen Leisten&#8220; &#8211; wir sind eben Segler, keine Alpinisten!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/6-IMG0004.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/6-IMG0004.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><center align=\"right\"><i><font color=\"#606060\">Viel Platz ist nicht neben dem Leuchtfeuer in luftiger H\u00f6he<\/font><\/i><\/center><\/p>\n<h3>Nicht die Touristen \u2013 die Einheimischen<\/h3>\n<p>Zur Identit\u00e4t einer bewohnten Insel geh\u00f6ren nat\u00fcrlich insbesondere ihre Menschen. Nicht die Touristen, die Einheimischen, die auf der Insel geboren und aufgewachsen sind. Uns scheinen sie von einem besonders gl\u00fccklichen Schlag zu sein. Wir k\u00f6nnen jedenfalls nur Positives von ihnen berichten, weil wir in der kurzen Zeit, die wir bei ihnen waren, eben nur Positives erfahren haben: freundliches Lachen, Anteilnahme, Interesse ohne \u00fcble Neugier, Hilfsbereitschaft auch ohne Bezahlung und unaufgefordert. Wer es auch war, der Hafenmeister, sein Mitarbeiter, der Besitzer des Dorfminiladens, der Fahrer des Wagens, der uns ein St\u00fcck Weg mitnahm, Kinder, Bauern, Fischer mit denen wir ins Gespr\u00e4ch kamen, ob schwarz, braun, hellh\u00e4utig, alt oder jung, alle schienen sie zufrieden, ohne Stress und vor allem ohne Neid auf vermeintlich Wohlhabendere.<\/p>\n<p>Diese Menschen, die von zehn Jahren noch ausschlie\u00dflich von der Fischerei und ein wenig Obst- und Gem\u00fcseanbau lebten, profitieren nat\u00fcrlich nun auch vom neuen Inseltourismus. Bisher haben sie sich aber dabei ihre Aufgeschlossenheit und Unvoreingenommenheit gegen Fremde bewahrt. Als ich Erich frage, was ihm am allerbesten auf der Insel gefallen hat, antwortet er deshalb auch ohne Z\u00f6gern &#8222;Die Menschen &#8211; kein einziger bl\u00f6der Typ dabei&#8220;. Es gibt noch Paradiese!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag, 22.12.2015, La Palma Die Insel war so isoliert, da\u00df sie eigene Arten von Pflanzen und Tieren entwickelte, sie war auch so fern, da\u00df ein eigener Menschenschlag sich fand. (Joseph Conrad) Alle Episoden Ein \u00fcbellauniger Geselle kann er sein, der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/episode-5-fernando-noronha-der-finger-gottes\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-2347","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reisebericht"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2347","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2347"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2347\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2357,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2347\/revisions\/2357"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2347"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2347"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2347"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}