{"id":2367,"date":"2015-12-23T12:38:22","date_gmt":"2015-12-23T11:38:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/?p=2367"},"modified":"2015-12-23T14:09:40","modified_gmt":"2015-12-23T13:09:40","slug":"episode-7-im-papageienland-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/episode-7-im-papageienland-teil-2\/","title":{"rendered":"Episode 8: Im Papageienland \u2013 Von Rio nach Mar del Plata"},"content":{"rendered":"<p>\n\t<i>Mittwoch, 23.12.2015, La Palma<\/i>\n<\/p>\n<h2>Euphorie des Segelns<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/30-ATLANTIK 09.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/30-ATLANTIK 09.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Rio<\/h3>\n<p><big>W<\/big>ir haben uns im Yachtclub &#8222;Marina Gloria&#8220; angemeldet (wegen des schmutzigen Hafenwassers unter Seglern auch als &#8222;Latrina Gloria&#8220; bekannt). Dort liegen wir &#8211; wie das Schicksal so spielt &#8211; im P\u00e4ckchen neben der amerikanischen Yacht &#8222;Northern Light&#8220; mit Deborrah und Ralf und der deutschen Yacht &#8222;Santa Maria&#8220; mit Wolf und Melanie auf der einen und der kleinen Yacht &#8222;Red Sun&#8220; mit dem stets freundlich l\u00e4chelnden japanischen Einhandsegler auf der anderen Seite. Alle Yachten sind rot gestrichen wie die Freydis. Und wie wir haben alle drei Yachten vor, in die Antarktis zu segeln. Gespr\u00e4chsstoff gibt&#8217;s deshalb genug.<\/p>\n<p>F\u00fcr Hans Ulrich und Brigitte ist die &#8222;Kreuzfahrt&#8220; hier zu Ende, sie fliegen nach Deutschland zur\u00fcck. Aber Hans Ulrich wird ja bereits in vier Monaten, beim Start in die Antarktis, wieder auf der Freydis sein.<\/p>\n<p>Unser Aufenthalt in dieser Stadt der ber\u00fchmtesten Str\u00e4nde und des reichhaltigen Kulturlebens, wo f\u00fcr jeden Geschmack das richtige Erlebnis, der richtige Zeitvertreib und die richtige Freundschaft warten soll, ist leider fast ausgef\u00fcllt mit zeitraubenden, nicht immer erhebenden Vorbereitungsarbeiten f\u00fcr den n\u00e4chsten T\u00f6rn. Verstopfte Toiletten m\u00fcssen auseinandergenommen und gereinigt, Waschbecken-Abfl\u00fcsse mit langen Dr\u00e4hten frei gestochert, korrodierte elektrische Verbindungen und Stecker repariert, Bilgen und Komb\u00fcse ges\u00e4ubert und Gasflaschen quer durch die Stadt zum F\u00fcllen und wieder zur\u00fcck geschleppt werden und nat\u00fcrlich mu\u00df der Generator-Auspuff zum x-ten Male ausgebaut, geschwei\u00dft und wieder eingebaut und dann noch Proviant und Diesel gebunkert werden.<\/p>\n<p>Aber es bleibt auch noch ein bi\u00dfchen Zeit, um die Weltstadt Rio zu genie\u00dfen &#8211; wenn man beim &#8222;genie\u00dfen&#8220; einmal von den vielen unsch\u00f6nen Dingen absieht, die einem hier auf Schritt und Tritt das Leben schwer machen: da\u00df der Weg vom Yachtclub zur Stra\u00dfe, wo man ein Taxi zur Stadt anhalten kann, lebensgef\u00e4hrlich ist, weil dort R\u00e4uber und M\u00f6rder lauern (die Horrorgeschichten, die man sich im Club erz\u00e4hlt, sind nicht erfunden, auch unser japanischer Nachbar von der &#8222;Red Sun&#8220; wurde am helllichten Tage mit Messern bedroht und ausgeraubt), da\u00df man von Taxifahrern meist trickreich \u00fcber\u00b4s Ohr gehauen wird, oder da\u00df es f\u00fcr eine Frau alleine nicht m\u00f6glich ist, abends gefahrlos durch die Stadt zu gehen. Obendrein finden in Rio bald Wahlen statt. \u00dcberall lautstarke Kundgebungen und Tonnen von Propagandazetteln, die von allen Wolkenkratzern \u00fcber Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze flattern &#8211; viel sch\u00f6nes Papier aus dem Holz des bedrohten brasilianischen Urwaldes!<\/p>\n<p>Nach etlichen Taxitrick-Irrfahrten schaffen wir es, am Abend mit der Zahnradbahn auf den 700 Meter hohen Corcovado hinaufzufahren, und der zauberhafte Blick, den wir von dort oben auf das n\u00e4chtliche Rio haben, vers\u00f6hnt uns ein wenig mit dieser Stadt der Superlative ( auch der negativen!). Wir bummeln sogar \u00fcber ein paar M\u00e4rkte und an den sagenhaften Str\u00e4nden entlang, die leider &#8211; verdreckt, \u00fcberlaufen, von Drogens\u00fcchtigen frequentiert und Kriminellen heimgesucht &#8211; nicht mehr erf\u00fcllen k\u00f6nnen, was die Welt noch immer von ihnen tr\u00e4umt.<\/p>\n<p>Ab Rio beginnt im Hinblick auf Mannschaft und Art des Segelns ein ganz neuer Reiseabschnitt. Den Atlantik haben wir zu zweit \u00fcberquert und an der Nordbrasilianischen K\u00fcste sind wir in zwei Etappen mit jeweils einem befreundeten Paar entlang gesegelt. Von Gran Canaria bis Rio war es mehr oder weniger Passatsegeln und K\u00fcstenschipperei. Von nun an sind Sport und Geselligkeit gro\u00dfgeschrieben. Der folgende T\u00f6rn von Rio nach Mar del Plata &#8211; vier Wochen und 1400 Seemeilen &#8211; wird uns als einer der sch\u00f6nsten und sportlichsten, die wir in all den Jahren gesegelt sind, in Erinnerung bleiben.<\/p>\n<h3>Ilha Grande<\/h3>\n<p><big>U<\/big>nsere neuen Mitsegler Heiner, Erhard, Gerhard, Roland und Toni sind auch nicht traurig, als wir diese Stadt zwischen Traum und Alptraum recht bald wieder verlassen. Als Einstimmung erwartet sie allerdings eine unangenehme Kreuz bis zur Ilha Grande, der Gro\u00dfen Insel, in der weiten, gr\u00fcnen &#8222;Bucht der K\u00f6nige = Angra dos Reis&#8220;. Dort gibt&#8217;s f\u00fcr uns ein herzliches Wiedersehen mit dem \u00f6sterreichischen Funkamateur Peter Th\u00fcrridl. Vor zehn Jahren hatten wir ihn auf dieser stillen sch\u00f6nen Insel am Wendekreis des Steinbocks kennen gelernt, wo er allein mit seiner Woll-\u00c4ffin Claudia auf seiner Facenda lebte und sich viele Stunden am Tag \u00fcber Funk mit der ganzen Welt unterhielt. Peter, jetzt siebzig Jahre, ist noch ganz der &#8222;alte&#8220;: ein breitschultriger H\u00fcne, empfindsamer Haudegen und gastfreundlicher Einsiedler, der unerm\u00fcdlich Yachten \u00fcber Funk begleitet und h\u00e4ufig hier in seiner Idylle Besuch von ihnen bekommt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/16-Atlantik 59.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/16-Atlantik 59.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/17-Atlantik 65.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/17-Atlantik 65.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/18-Atlantik 60.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/18-Atlantik 60.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/19-Atlantik 62.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/19-Atlantik 62.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Seine \u00c4ffin Claudia, mit der wir damals so viel Spa\u00df hatten, ist leider inzwischen gestorben. Der Tod dieses intelligenten und treuen Tieres ist Peter derart zu Herzen gegangen, da\u00df er keinen Affen mehr haben will. Eine Perserkatze und ein Sch\u00e4ferhund geben sich derzeit alle M\u00fche, ihm den Affen zu ersetzen. Seine Facenda hat Peter gerade an ein betuchtes Ehepaar aus Rio verkauft, sich aber weiterhin das Wohnrecht darauf vorbehalten. Der einsame Palmenstrand, an dem wir damals so paradiesisch ungest\u00f6rt baden und ruhen konnten, ist auch ver\u00e4u\u00dfert worden: f\u00fcr viele Millionen Dollar an einen Hotelkonzem. Adieu Geheimtip, adieu Beschaulichkeit!<\/p>\n<h3>Parati<\/h3>\n<p>Unter Motor laufen wir durch die liebliche ruhige Bucht weiter nach Parati. Beim Anblick dieses einzigartig malerischen St\u00e4dtchens, seiner h\u00fcbschen Kirchen, Kolonialstilh\u00e4user und des obligatorischen Forts, glauben wir uns pl\u00f6tzlich ins achtzehnte Jahrhundert versetzt. Und tats\u00e4chlich steht die ganze Stadt unter Denkmalschutz. Seit ihrer Gr\u00fcndung vor mehr als 250 Jahren, hat sich kaum etwas ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/13a-IMG0045.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/13a-IMG0045.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hier treffen wir unverhofft die &#8222;Santa Maria&#8220; wieder, aber Rolf und Melanie haben es eilig und lichten bereits die Anker. Sie wollen nach Floreanapolis auf der Insel Santa Caterina und von dort einen Abstecher mit dem Auto nach &#8222;Blumenau&#8220; machen, einer deutschen Einwanderer-Enklave, wo gerade das traditionelle &#8222;Oktoberfest&#8220; stattfindet. &#8222;Oh ja&#8220;, lacht Toni, unser Bayer, &#8222;da wollen wir auch hin, ich hab f\u00fcr alle F\u00e4lle meine Krachledernen dabei.&#8220;<\/p>\n<p>Auch die &#8222;Nele&#8220; mit Wolfgang und Mia liegt hier. Vor drei Jahren hatte Wolfgang auf der Freydis einen Schwerwettert\u00f6rn von Troms\u00f6 nach Leer mit gesegelt, um Erfahrungen f\u00fcr seine jetzige Reise mit dem eigenen Schiff zu sammeln. Die Nele ist ein solides Stahlschiff mit einer gut durchdachten, praktischen Inneneinrichtung. Am originellsten aber ist die Hundekoje f\u00fcr Stoops, den kleinen schwarzen Bordhund der Nele: eine kleine H\u00e4ngematte, die Mia aus Relingnetz gebastelt hat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/14-IMG0058.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/14-IMG0058.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/14a-IMG0059.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/14a-IMG0059.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/15-Atlantik 56.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/15-Atlantik 56.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wolfgang und Mia halten sich schon seit vielen Monate in Brasilien auf, wo sie von Bucht zu Bucht gondeln. Parati und Umgebung hat es ihnen besonders angetan und im St\u00e4dtchen, in dem wir gemeinsam Provianteink\u00e4ufe erledigen, kennen sie schon eine Menge Leute. Auch den katholischen Pater, der wie Mia aus der belgischen Stadt Mastrich stammt, und ihnen zuliebe am Sonntag von der Kanzel gepredigt hat, die Eingeborenen d\u00fcrften um Gottes Willen keine Dingis von Yachten klauen. In dieser Hinsicht k\u00f6nnen also auch wir beruhigt sein, denn das Wort des Priesters gilt noch etwas in Parati. Beziehungen mu\u00df man halt haben in Brasilien!<\/p>\n<p>Wir entscheiden nach Porto Belo zu segeln und nicht nach Floreanapolis, das kostet weniger Zeit, weil wir uns eine lange Hafeneinfahrt sparen. Drau\u00dfen empf\u00e4ngt uns eine hohe D\u00fcnung, die uns jedoch, mit dem Wind im R\u00fccken, kaum \u00e4rgern kann. W\u00e4hrend die Freydis unter Spinnaker \u00fcber die Wellen schie\u00dft, da\u00df es eine wahre Freude ist, steht das Barometer unbeirrt auf &#8222;Hoch&#8220; und vom wolkenlos blauen Himmel scheint eine warme, freundliche Sonne.<\/p>\n<h3>Porto Belo und Blumenau<\/h3>\n<p><big>V<\/big>or lauter Segelbegeisterung f\u00e4llt Roland erst am Mittag ein, da\u00df er heute Geburtstag hat. Aber es wird noch eine wundersch\u00f6ne Feier, auch wenn der Wind hartn\u00e4ckig die Kerzen ausbl\u00e4st, der frischgebackene Schokoladenkuchen im Seegang von den Tellern h\u00fcpft und der Tee sich frei heraus \u00fcber Tisch und Klamotten ergie\u00dft. Wen kann das schon st\u00f6ren an einem so herrlichen Segeltag? Von den Delphinen erh\u00e4lt Roland gratis eine Geburtstags-Vorstellung mit Saltos und Pirouetten. Und darauf folgt eine laue Vollmondnacht wie &#8222;Tausend und eine Nacht&#8220; mit tausend Geschichten aus dem Seglerleben: Erhard erz\u00e4hlt von den Marquesas, Gerhard von Venezuela, Heiner von der kleinen Insel Ushant\u2026 und Romildo singt seine stimmungsvollen Lieder von der Kasette, die er uns zum Abschied in Camamu geschenkt hat. Die Seefahrer-Romantik ist perfekt. Heiner, das Kreuz des S\u00fcdens am Himmel bewundernd: &#8222;Das sind die Sternstunden des Segelns!\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/10-IMG0048.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/10-IMG0048.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/11-IMG0049.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/11-IMG0049.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Morgen f\u00e4llt der Blister ein, den wir in der Nacht gesetzt haben und die Delphine, denen wir zu langsam geworden sind, haben uns verlassen. Erst gegen Mitternacht schaffen wir es, mit Hilfe von Radar und GPS in Porto Belo einzulaufen, wo wir wenig sp\u00e4ter an der Pier des gut gepflegten Yachtclubs festmachen.<\/p>\n<p>Das St\u00e4dtchen Porto Belo liegt auf einer ins Meer hinausragenden gr\u00fcnen Halbinsel mit zahllosen gesch\u00fctzten Buchten und wei\u00dfen Sandstr\u00e4nden. Etwa 70 Kilometer m\u00fcssen wir mit dem Auto durch den Staat Santa Catalina bis nach Blumenau fahren. Hier im S\u00fcden Brasiliens, wo im Winter Temperaturen um Null Grad Celsius keine Seltenheit sind, suchen wir vergeblich nach tropischem Urwald. Und nicht nur die Vegetation hat sich grundlegend ge\u00e4ndert, auch die Bauweise und der Menschenschlag, der uns in Aussehen, Lebensstil und Sprache &#8211; einem Mix aus vielen deutschen Sprachregionen &#8211; \u00e4u\u00dferst vertraut ist. Kein Wunder, denn die Leute hier sind \u00fcberwiegend deutschst\u00e4mmig: Zwischen 1824 und 1859 waren Hunderttausende verarmter Bauern aus Harz, Hunsr\u00fcck, Schwarzwald und B\u00f6hmerwald dem Ruf von Dona Leopoldina von Habsburg, Gemahlin Pedros I. und Tochter von Kaiser Franz II. gefolgt und her\u00fcbergekommen. Jeder von ihnen bekam ein St\u00fcck Land zugewiesen, machte sich ans Roden und bald entstanden im K\u00fcstengebirge weit verstreut liegende H\u00f6fe, Weiden und Felder.<\/p>\n<p>&#8222;Oh du mein Zillertal, ich gr\u00fc\u00df dich tausendmal&#8220;, singt Erhard, als wir durch das liebliche Tal des Rio Itajai fahren. So \u00e4hnlich mu\u00df es auch dem Braunschweiger Arzt Dr. Herrmann Blumenau ergangen sein, als er 1850 mit einer Gruppe Auswanderer hierherkam und beschlo\u00df, in dieser Gegend die ersten H\u00fctten zu bauen. In Blumenau, einer Stadt von ca. 150.000 Einwohnern kommen wir uns tats\u00e4chlich vor wie im Schwarzwald: \u00fcberall Fachwerkh\u00e4user, Restaurants und Hotels mit deutschen Namen &#8211; Himmelblau &#8211; Bauernhof &#8211; Bavaria &#8211; Hermann &#8211; viele blonde blau\u00e4ugige Burschen in Lederhosen und M\u00e4dchen in Dirndelkleidern mit blonden Z\u00f6pfen! Es geht deutscher zu als in Deutschland und wir f\u00fchlen uns manchmal, als seien wir hier in unsere Heimat vor hundert Jahren zur\u00fcckversetzt. Aber das ist ja nichts Ungew\u00f6hnliches, da\u00df Menschen im Ausland die Sitten und Gebr\u00e4uche ihrer Heimat besonders pflegen, um dadurch Bindung und Erinnerung an sie aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich besuchen wir auch das traditionelle Oktoberfest auf dem alle Besucher ganz gleich, ob Wei\u00df, Schwarz, Indianer oder Mestize &#8222;Rosamunde&#8220; oder &#8222;Im Himmel gibt&#8217;s kein Bier, drum trinken wir es hier!\u201d singen und mit Tirolerh\u00fcten auf dem Kopf und Ma\u00dfkr\u00fcgen in der Hand eine Mords-Gaudi haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/28a-IMG0062.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/28a-IMG0062.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/28b-IMG0061.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/28b-IMG0061.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Iguazu<\/h3>\n<p><big>U<\/big>nd noch ein Abstecher von Porto Belo aus. Diesmal mit dem Bus, 24 Stunden quer durch Brasilien zu den gr\u00f6\u00dften Wasserf\u00e4llen der Erde, von den Quarani-Indianern Iguac\u00fa, gro\u00dfes Wasser genannt, die wir sowohl von brasilianischer als auch argentinischer Seite besuchen. Diese Touristenattraktion, die \u00fcber eine Million Besucher pro Jahr anlockt, wollen wir uns nicht entgehen lassen. Trotz der anstrengenden Fahrt dorthin und der kurz bemessenen Zeit &#8211; nur zwei Tagen g\u00f6nnen wir uns daf\u00fcr &#8211; erhalten wir unvergessliche Eindr\u00fccke von diesem tats\u00e4chlich einmaligen und grandiosen Naturschauspiel.  <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/29a-ATLANTIK 14.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/29a-ATLANTIK 14.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/29b-ATLANTIK 13.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freydis.de\/bilder\/2015\/12\/29b-ATLANTIK 13.jpg\" width=\"640\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwoch, 23.12.2015, La Palma Euphorie des Segelns Rio Wir haben uns im Yachtclub &#8222;Marina Gloria&#8220; angemeldet (wegen des schmutzigen Hafenwassers unter Seglern auch als &#8222;Latrina Gloria&#8220; bekannt). 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