{"id":5,"date":"2008-08-17T16:22:41","date_gmt":"2008-08-17T14:22:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/?p=5"},"modified":"2008-08-17T16:22:41","modified_gmt":"2008-08-17T14:22:41","slug":"rundbrief-17-august-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freydis.de\/wordpress\/rundbrief-17-august-2009\/","title":{"rendered":"Rundbrief 17. August 2009"},"content":{"rendered":"<h3>An unsere Freunde und Mitsegler<\/h3>\n<p><em>Heidelberg, 17. August 2009<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\n\t\u201eWenn die Zeit kommt, in der man k\u00f6nnte, ist die vor\u00fcber, in der man kann.\u201c\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Spruch stammt von einer klugen Frau, der Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach.<\/p>\n<p> \u201eDas soll uns nicht passieren!\u201c haben wir vor 20 Jahren beschlossen und unsere b\u00fcrgerlichen Berufe aufgegeben, um auf der S\u00fcdhalbkugel zu segeln. Vor f\u00fcnf Jahren sind wir \u2013 nach gr\u00fcndlicher, aufw\u00e4ndiger und anstrengender \u00dcberholung der FREYDIS \u2013 erneut von Deutschland aufgebrochen: Diesmal waren unsere Ziele die Aleuten und das Beringmeer, der Golf von Alaska und Britisch Kolumbien. Vor zwei Monaten haben wir nun auf dem R\u00fcckweg San Diego erreicht und damit den Kreis geschlossen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Vier Jahre, von 2006 bis 2009, sind wir in den Gew\u00e4ssern Alaskas und Britisch Kolumbiens gekreuzt. Die faszinierende Realit\u00e4t Alaskas war noch sch\u00f6ner als der Traum in unseren K\u00f6pfen, dem wir gefolgt sind und der uns in dieses Revier gef\u00fchrt hat. Waren es die grandiose Landschaft mit ihren Gletschern und Vulkanen? Die Wildnis und der Tierreichtum? Die gastfreundlichen und hilfsbereiten Menschen in den wenigen Fischersiedlungen? Der \u00dcberfluss an Lachs und Heilbutt? Die vielen sch\u00f6nen gemeinsamen Erlebnisse mit gleichgesinnten Mitseglern ?<\/p>\n<h3>Vancouver &#8211; San Diego<\/h3>\n<p>Tatsache ist: Als wir uns in diesem Jahr auf dem Wege von Vancouver nach San Diego immer weiter von Alaska entfernten, wurde unsere Sehnsucht immer gr\u00f6\u00dfer. Ein Gef\u00fchl fast wie Heimweh.<\/p>\n<h3>Ge\u00e4nderter T\u00f6rnplan 2010<\/h3>\n<p>Kurz entschlossen haben wir unsere Pl\u00e4ne ge\u00e4ndert: Der schon fertige T\u00f6rnplan durch die S\u00fcdsee und nach Neuseeland kam in die Schublade (\u201e..aufgeschoben ist nicht aufgehoben..\u201c). Es geht noch einmal im gro\u00dfen Bogen zur\u00fcck. Zuerst nach Hawaii, Kauai und zum Midway Atoll, zu Inseln, die wir bereits 2006 besucht haben. Danach betreten wir Neuland: Sind wir vor vier Jahren vom Midway Atoll direkt nach Norden zu den Aleuten gesegelt, wollen wir diesmal immer weiter nach Westen bis zu Inseln, von deren Existenz wir vor zwei Wochen noch nichts geh\u00f6rt haben und \u00fcber die Informationen zu erhalten auch im Zeitalter des Internet schwierig ist. Z.B.: Minami-Tori Shima (auch Markus-Insel genannt), eine kleine Koralleninsel, der \u00f6stlichste Landzipfel Japans, soweit abseits aller Segelrouten, da\u00df wir wahrscheinlich die ersten Yachtsegler \u00fcberhaupt sind, die hier aufkreuzen.<\/p>\n<h3>Unbekannte Inseln<\/h3>\n<p>Habt Ihr schon mal von NANPO SHOTO, den \u201eS\u00fcdlichen Inseln\u201c geh\u00f6rt, eine japanische Inselkette, die sich von Tokyo Bay aus 1200 km in s\u00fcdliche Richtung erstreckt? Sie besteht aus \u00fcber 40 tropischen und subtropischen Inseln, z.B. Chichi Shima, \u00fcber die wir im Lonely Planet JAPAN folgendes gefunden haben: \u201eUmsp\u00fclt von tropischen Gew\u00e4ssern mit Korallenriffen tauchen die paradiesischen Ogasawara-Inseln 1000 km vor der K\u00fcste Tokyos mitten im unendlichen Blau des Pazifik auf. Sie z\u00e4hlen zu den interessantesten Reisezielen in ganz Japan und bieten alles, was das Urlaubsherz begehrt\u2026Heute verirren sich nur selten Besucher aus Europa oder Nordamerika hierher\u2026Natur, Geschichte, \u00fcberhaupt die ganze Insel \u2013 wer wirklich ein besonderes Abenteuer erleben will, mu\u00df einfach hierher reisen.\u201c  <\/p>\n<p>Die Ogasawara Inseln werden wegen ihrer einzigartigen Flora und Fauna als die GALAPAGOS DES ORIENTS bezeichnet und sind der UNESCO f\u00fcr die Aufnahme als Weltnaturerbe vorgeschlagen.<br \/>\nDie Sprachbarrieren in Japan sind hoch, aber die wenigen Yachties, die bisher in japanischen Gew\u00e4ssern gesegelt sind, schw\u00e4rmen von der Gastfreundschaft ihrer Bewohner.<\/p>\n<h3>2011: Japanische Inseln<\/h3>\n<p>Im Jahr darauf (2011) segeln wir durch die japanischen K\u00fcstengew\u00e4sser nach Hokkaido. Irgendwann landen wir an der zu Sibirien geh\u00f6renden Halbinsel Kamtschatka. Auch ein sehr verlockendes Ziel. Von dort k\u00f6nnte der Kurs \u00fcber die Aleutenkette zur\u00fcck zur Alaska-Halbinsel und in den Golf von Alaska f\u00fchren. Ihr erinnert Euch? Ja ? Wir besuchen dann hoffentlich wieder im Uyak-Fjord auf Kodiak unseren Freund Duncan Fields und seine Familie beim Lachsfischen und schauen auf der anderen Seite der Shelikof-Strait im Katmai-Nationalpark, ob unsere jungen B\u00e4ren inzwischen gro\u00df und stark geworden sind. <\/p>\n<p><big>La\u00dft uns die Segel setzen!<\/big>  <\/p>\n<p>Einzelheiten findet Ihr im <a href='http:\/\/vonpolzupol.wordpress.com\/files\/2009\/08\/tornplan-2010.pdf'>T\u00d6RNPLAN 2010<\/a> hier als PDF oder auf unserer <a href=\"https:\/\/www.freydis.de\/toerns.htm\">Homepage<\/a>.<\/p>\n<h3>Viele von Euch sind zur Zeit vermutlich\u2026<\/h3>\n<p>\u2026 noch auf dem Wasser unterwegs. F\u00fcr uns dagegen war die Saison 2009 fr\u00fch zuende. Wir wollten nicht in die hochsommerliche Hitze S\u00fcdkaliforniens geraten und erst recht nicht in die amerikanische Urlaubszeit im Juli\/August, wenn tausende von Segelbooten aus den Marinas in die Buchten Kaliforniens str\u00f6men. Diese Rechnung ist auch aufgegangen. Auf der ganzen weiten Strecke von Britisch Kolumbien bis an die mexikanische Grenze sind uns nur wenige Yachten begegnet. Nicht nur die See, auch die wundersch\u00f6nen Buchten geh\u00f6rten uns. Daf\u00fcr durften wir uns aber zu Beginn der Reise \u00fcber den \u201eKaltstart\u201c in Britisch Kolumbien nicht beklagen. Was uns schon oft passiert ist: Der Winter war ungew\u00f6hnlich heftig und lang. In der ersten Nacht gefror der Inhalt unserer P\u00fctz an Deck zu einem Eisklotz und in der letzten Nacht vor dem Abslippen verabschiedete sich der Winter mit 10 cm Neuschnee an Deck. Zwei Wochen haben wir beide gebraucht, um die Freydis bei klirrender K\u00e4lte und schneidendem Wind betriebsbereit zu machen. Nicht f\u00fcr Geld und gute Worte waren die Arbeiter der Marina bereit, uns beim Schleifen und Anstreichen zu helfen \u2013 sie arbeiteten lieber in den \u00fcberdachten Schuppen und wir konnten es ihnen nicht verdenken. Wir montierten die von unserem Freund und Nachbarn J\u00fcrgen in Heidelberg kunstvoll reparierte Trommel der Rollgenua. Es folgten Schwei\u00dfarbeiten im Cockpit und Maschinenraum, dann der Anstrich \u00fcber und unter der Wasserlinie, naja \u2013 das volle Programm\u2026. <\/p>\n<p>Aber die folgenden vier Wochen, in denen wir zu zweit in Tagest\u00f6rns die Discovery Islands und den Desolation Sound erkundeten und uns langsam in Richtung Vancouver bewegten, entsch\u00e4digten uns f\u00fcr die martialische Arbeit vor dem Start. Die Strait of Georgia mit ihren vielen Inseln ist f\u00fcrwahr ein phantastisches Segel- und Ankerrevier. In Vancouver f\u00fchlten wir uns bald heimisch, nicht zuletzt wegen Gerd und Linda M\u00fcller, den Trans-Ocean St\u00fctzpunktleitern, die wir ja schon im Vorjahr kennengelernt hatten und denen wir an dieser Stelle noch einmal ausdr\u00fccklich danken f\u00fcr Ihre vielen wertvollen Tipps, Ihre Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft.<\/p>\n<p>Ab Vancouver segelten wir mit Crew, zuerst durch die Gulf Islands nach Victoria, von dort \u00fcber die Juan de Fuca Strait nach Port Angeles zum Einklarieren in die USA. Von dort segelten wir nonstop die 867 Meilen in die Bucht von San Francisco &#8211; ebenfalls ein tolles Revier mit einem ausgezeichneten Liegeplatz dicht bei der Golden Gate Bridge. 10 Tage hatten wir f\u00fcr die Stadt eingeplant. Zu wenig, denn es gab viel zu sehen, nicht nur in der Stadt, sondern auch im Umland und im Yosemite National Park.<\/p>\n<p>Weiter ging die Reise Richtung S\u00fcden. Immer noch waren die Wassertemperaturen unter 10\u00b0C. Das \u00e4nderte sich schlagartig, nachdem wir den ber\u00fcchtigten Point Conception passiert hatten, der auch wegen h\u00e4ufiger und t\u00fcckischer St\u00fcrme als \u201eKap Hoorn des Nordpazifik\u201c bezeichnet wird. <\/p>\n<p>Zwei Wochen, in denen wir die Channel Islands besuchten, brachten den kr\u00f6nenden Abschlu\u00df der diesj\u00e4hrigen Freydis-Saison: F\u00fcnf der acht Inseln bilden den Channel Islands Nationalpark. Weil er so schwer zu erreichen ist, wird er von allen US-Nationalparks am seltensten besucht. Gut f\u00fcr die Pflanzen- und Tierwelt, die uns in Erstaunen versetzt hat. Nie h\u00e4tten wir so viele Seel\u00f6wen, Seeb\u00e4ren und sogar Seeelephanten vermutet, die zu zigtausenden an den Str\u00e4nden ihre Jungen aufziehen. Es gibt eine F\u00fclle endemischer Pflanzen und vor allem Seev\u00f6gel br\u00fcten zu Hunderttausenden auf den Inseln. Die meisten Ankerpl\u00e4tze boten uns guten Schutz, so da\u00df wir unbeschwert auf den Trails wandern konnten. Fast \u00fcberall waren wir die einzigen !!! Besucher.<\/p>\n<h3>Dank<\/h3>\n<p>Bedanken m\u00f6chten wir uns bei unseren Mitseglern, die alle, bis auf eine \u201eNeue\u201c, mit uns und der Freydis von fr\u00fcheren Reisen vertraut waren, f\u00fcr ihre Kameradschaft. Fazit: Es hat Spa\u00df gemacht!<\/p>\n<p>Zur Zeit d\u00fcmpelt die Freydis in einer s\u00fcndhaft teuren Marina in San Diego. \u00dcber die nur 10 Meilen entfernte mexikanische Grenze \u2013 und damit in billigere Gefilde \u2013 haben wir uns nicht getraut. Dr\u00fcben tobt ein gnadenloser Bandenkrieg um Drogen und die Polizei soll korrupt sein. In diesem \u201eKrieg\u201c hat es alleine in der Grenzstadt Tijuana  2008 \u00fcber 450 Tote gegeben. Also bei\u00dfen wir lieber in den sauren Apfel und schlucken die teure Marina. <\/p>\n<p>Gerade haben wir f\u00fcr Mitte September Fl\u00fcge nach San Diego gebucht. Wir wollen die Freydis fr\u00fchzeitig fit machen f\u00fcr die Herausforderungen, die am Jahresende auf sie zukommen. Denn dann geht es \u00fcber den ganzen Pazifik nach HAWAII und JAPAN.<\/p>\n<h3>Zum guten Schlu\u00df<\/h3>\n<p>Unsere Mitsegler Hildegard und Peter aus dem bayrischen Ramerberg hatten im  GEOGRAPHIC HARBOR nach bestandenem \u201eB\u00e4rentest\u201c beschlossen und verk\u00fcndet, sich nach ihrer R\u00fcckkehr in der Heimat das Jawort zu geben. Jedenfalls haben die beiden am 12. Juni geheiratet. <\/p>\n<p>HERZLICHEN GL\u00dcCKWUNSCH EUCH BEIDEN von uns und allen anderen aus der Crew.<\/p>\n<p>Auf ein baldiges Wiedersehen <\/p>\n<p>Eure<br \/>\n             Heide &amp; Erich<\/p>\n<p>Dr. Heide &amp; Dipl.-Kfm. Erich Wilts<br \/>\nUntere B\u00fcttengasse 3<br \/>\nD-69121 Heidelberg<br \/>\nPhone  :  +49-6221   -47 37 24<br \/>\nFax      :  +49-6221   -438 60 99<br \/>\nMobil   :  0175 \u2013 5227 201<br \/>\nEmail:  wilts@freydis.de<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freydis.de\">Homepage<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An unsere Freunde und Mitsegler Heidelberg, 17. 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