Ausgewählte Rezensionen

Band 4: AUF DER ROUTE DER ALBATROSSE (1996)

Konrad Delius, Verlag Delius Klasing, Bielefeld
Arthur Doerwaldt, Berlin, Obmann der Kreuzer-Abteilung des DSV

AUF DER ROUTE DER ALBATROSSE – Buchkritik der Kreuzer-Abteilung des DSV

Für das „Beste Segelsportbuch des Jahres“ wurde Heide 1996  für ihr Buch „ Auf  der Route der Albatrosse“  der Förderpreis der Kreuzer-Abteilung des DSV zuerkannt.

Arthur Doerwaldt, Berlin,  Mitglied der Jury, äußerte sich wie folgt: „…Die Jury war sich einig, dass gerade Ihr Buch „Auf der Route der Albatrosse“ ein ganz ungewöhnliches Buch ist – in jeder Hinsicht „Klasse“, wie einer der Juroren schrieb. Es besticht durch die Ehrlichkeit, mit der Gefühle und Erleben in der aufgerührten Natur, mit Angst oder Unwohlsein nicht heruntergespielt wurden. Wir alle ahnen, dass dahinter eine menschliche und seemännische Leistung steht, die ihresgleichen sucht!“

Und in den Nachrichten der Kreuzer-Abteilung 2/96 heißt es:

 „ Aus der Frühjahrsproduktion der Verlage möchte ich besonders hervorheben:

 Auf der Route der Albatrosse  … Ein Buch der Gegensätze, eine heiß-kalte Reise um den südlichen Teil des Globus von Kap Horn nach Australien zu Inseln von kalter, strenger, aber überwältigender Schönheit, in die der Mensch nicht passen will. Die Kartenskizzen zu den verschiedenen Zielen veranschaulichen den Text, dessen ausdrucksreiche Sprache im Vorstellungsvermögen eines Seglers scharfe und farbige Bilder des eben Gelesenen entstehen lässt – das ist schon eine seltene Kunst. Die Vielzahl der guten Bilder – von mir aus könnte ihre Zahl noch viel größer sein – ergänzen und unterstreichen den Inhalt des Buches.

…Freude am Segeln und nicht ungefährliche Abenteuer, die Sehnsucht nach grandioser, unberührter Natur und so ganz nebenbei auch manches zur Seemannschaft, zur Strategie des Überlebens lässt sich aus dem Bericht erlernen – Seite für Seite ein lesenswertes Buch.“

Band 5: SEGELN ANS ENDE DER WELT – Mit der FREYDIS ins Südpolarmeer (2000)

Frankfurter Allgemeine am 22.02.2001

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 22.02.2001

Meere

„Segeln ans Ende der Welt“ von Heide Wilts. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2000. 352 Seiten, 92 Farbfotos, 22 Karten. Gebunden, 44 Mark. ISBN 3-7688-1220-0.

Das Segelschiff „Freydis“ ist uns eine alte Bekannte, denn über die beiden ersten Abschnitte ihrer Antarktisumrundung berichtete die Autorin schon in den Büchern „Gestrandet in der weißen Hölle“ (1992) und „Auf der Route der Albatrosse“ (1997). Dieser Band erzählt vom vorletzten Teil der siebenjährigen Reise. Heide und Erich Wilts segeln um die Antarktis südlich der drei Sturmkaps. Nach dem dramatischen Beginn des Unternehmens, der Überwinterung auf der Vulkaninsel Deception, und der Reise durch den Südatlantik und südlichen Indischen Ozean liegt nun mit der Tasmansee und dem Südpazifik der dritte Abschnitt vor ihnen. 

Das Abenteuer wird das Schiff an subantarktischen und antarktischen Inseln vorbei tief ins Südpolarmeer führen, bis zum entlegensten, geheimnisvollsten Teil der Antarktis, dem Rossmeer. Dabei besuchen die beiden Seeleute Inseln, die noch nie zuvor von einer Segelyacht angelaufen wurden. Enorm vielseitig behandelt der Text sowohl geographische wie geschichtliche Aspekte der Seefahrt im tiefen Süden, Entdeckungen – und Ausbeutungen. Lebensnah und nicht ohne Humor zeigt die Autorin dem Leser eine sonderbare Tier- und Pflanzenwelt, erzählt von Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen, schildert die Schönheiten einer unberührten Natur, aber auch Probleme des Zusammenlebens der Crew unter extremen Bedingungen, ihre Ängste und die Anstrengungen. Ein richtiges – und dabei aufrichtiges – Abenteuerbuch. (G.W.M.)

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

Die Welt am 5. Jan 2001

„Die See ist ungewöhnlich steil und wild bewegt. Weiß schäumende Wassergebirge wälzen sich aus unterschiedlichen Richtungen auf uns zu und lassen die „FREYDIS“ torkeln und straucheln. Es sind die höchsten Roller, die ich je erlebt habe.“ Spannend wie ein Abenteuerroman liest sich die Antarktisumrundung Segeln ans Ende der Welt des Ehepaares Heide und Erich Wilts auf ihrer Yacht „FREYDIS“.

Das Buch beschreibt die dritte und vorletzte Etappe ihrer Umrundung der Südhalbkugel. In Fremantle an der Westküste Australiens starteten die begeisterten Segler ihre große und gefahrenvolle Tour über Neuseeland bis nach Scott Island am Rand des antarktischen Kontinents, wo die „FREYDIS“ fast vom Packeis eingeschlossen wurde und die Besatzung nur knapp dem eisigen Tod entging.

Heide Wilts beschreibt die faszinierende Reise auf eindringliche und sehr lebendige Art, erzählt von Begegnungen mit Delphinen, Walen und Robben sowie dem Zusammenleben der Crew auf engstem Raum und unter Extrembedingungen. Ehemann Erich dokumentiert die Abenteuer mit wunderschönen Fotos. Zusammen ergibt das einen packenden Reisebericht, der nicht nur für Segler lesenswert ist.

Band 6: WILDER STILLER OZEAN (2003)

Süddeutschen Zeitung, Peter Sartorius, ehem. Leitender Redakteur und 3-facher Kischpreisträger

Peter Sartorius, dreifacher Kisch-Preisträger und ehem. Leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung, über das Buch „Wilder Stiller Ozean“:

Wie kein anderer Fleck der Welt weckt der Stille Ozean Sehnsüchte, und wie kein anderer Fleck regt er die Fantasie an, besonders wenn er sich im Sturm und an unwirtlichen Ankerplätzen als wild erweist. Auf ihrer für gefährliche Expeditionen ausgerüsteten Yacht Freydis erfüllen sich Heide und Erich Wilts ihre Sehnsüchte auf dem Wasser. Aber Fantasie wirft Heide Wilts über Bord, wenn sie ihre Erlebnisse niederschreibt. Da ist sie penible Chronistin, die nichts dramatisiert. Vielleicht gerade deshalb lesen sich ihre Schilderungen dramatisch.

Wer wie ich das Privileg hatte, das Ehepaar eine Zeitlang auf dem Boot zu begleiten, weiß wie genau Heide Wilts beobachtet und vor allem: Wie sehr sie bereit ist zu lernen und zu begreifen. Das schlägt sich in ihren Berichten nieder, auch in ihrem neuesten Report „Wilder Stiller Ozean“, den Erich Wilts mit seinen beeindruckenden Fotos ergänzt.   

GEO, Uwe George („Mister GEO“), Wissenschaftsjournalist + Expeditionsleiter des GEO-Magazins

Band 7: INSELN JENSEITS DER ZEIT – Mit dem GEO-Magazin durch Melanesien (2008)

GEO, Uwe George („Mister GEO“), Wissenschaftsjournalist + Expeditionsleiter des GEO-Magazins : „…ihr bisher bestes Buch, eine spannende erzählerische Preziose…

Hamburg, 11.02.2008

Liebe Frau Wilts,

wie ich Ihnen ja schon mehrfach am Telefon sagte, halte ich Ihr neues, im Werden befindliches Buch für Ihr bisher bestes, eine spannende erzählerische Preziose in der zunehmenden Flut oft stupider Segelbücher. 

Insgesamt würde ich die sehr interessierenden und ethnologischen Dinge noch ausweiten, z.B. Kanibalismus. Außerdem würde ich Jack London ab und zu mit Zitaten an geeigneten Stellen immer mal wieder aufleuchten lassen.

Mit herzlichen Grüßen

Uwe George

SEGELN-Magazin Thorsten Höge, Chefredakteur

Inseln jenseits… BUCHKRITIK „SEGELN“ Mail vom 20.07. und Editorial aus Heft 9/09

„INSELN JENSEITS DER ZEIT“ 

Buchkritik von Thorsten Höge, Chefredakteur des Magazins „SEGELN“

Mail vom 20.Juli 2009            

Hallo Frau Wilts!
Ich hoffe es geht Ihnen gut. Ich habe am Wochenende Ihr Buch durchgelesen und muss sagen: Toll. Eines der besten Segelbücher, die ich bisher gelesen habe – sehr durchwachsen in den Erfahrungen, die Sie dort gemacht haben, sehr vielschichtig und schonungslos ehrlich. Das muss eine sehr widersprüchliche Reise gewesen sein, das Buch heilt ein bisschen von der ja tatsächlich bei vielen vorhandenen Vorstellung der grossen Südsee-Idylle. Der teils schwierige Umgang mit der sehr speziellen Gattung homo journalisticus ließ mich gelegentlich schmunzeln.

Besten Gruss
Thorsten Höge

Redaktion segeln 
  
Tel.: 040/ 389 06 – 124 
Fax: 040/ 389 06 – 125 
E-Mail: thorsten.hoege@segelnmagazin.de

Im Editorial von SEGELN Heft 9/ 2009

„Als Junge verschlang ich jedes Weltumsegler-Buch, das ich in die Finger bekam. Doch irgendwann hörte ich auf damit – in den jüngeren Büchern schien alles entdeckt. Irgendwie doppelten sich die Berichte, viele Traumziele kannte man aus dem (Charter-)Urlaub. In Zeiten dauernder Rekordjagd, in denen manche meinen, sie müßten schon zweimal hintereinander nonstop um die Welt segeln, um Aufmerksamkeit zu erregen, finde ich alle Reviere „vor der Haustür“ mindestens genauso spannend. Dann erzählten die Weltumsegler Wilts bei einem Redaktionsbesuch von ihrem neuesten Buch „Inseln jenseits der Zeit“, in dem sie eine Reise nach Melanesien schildern. Mich fesselte der Entdeckergeist, den die Seiten verströmen: Kaum entdeckte Orte, eine strapaziöse Reise und eine schonungslose Schilderung der Schattenseiten des „Paradieses Südsee“. Die beiden leben noch heute ihr Ideal vom wissensdurstigen Segler, der aufbricht, um fremde Horizonte und Küsten zu erobern. Da kann man doch wieder träumen….“

Ihr Thorsten Höge, Chefredakteur                  

SEGELN-Magazin 9/2009 IM REICH DER GEISTER
Renate Westner

Renate Westner, Dipl. Ethnologin, Weltumseglerin

 Mehr als die übliche „Segler-Literatur“

Rezension aus Deutschland vom 3. Juli 2009

Nachdem ich Heide Wilts Buch innerhalb von zwei Tagen ausgelesen habe (ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen), kann ich nur noch staunen, wie es die Autorin geschafft hat, sich ein so umfangreiches Wissen über die verschiedenen Kulturen, welche sie zusammen mit ihrem Mann per Segelschiff bereist hat, anzueignen. Als Ethnologin (spezialisiert auf Kulturen im pazifischen Raum) und als Weltumseglerin, die selbst schon in melanesischen Gewässern gesegelt ist, war ich natürlich sehr neugierig, wie Heide Wilts die Menschen und deren Kultur dort erlebt hat. Nicht nur, dass sie sehr intensiv und umfangreich recherchiert hat, sondern auch, dass sie den Bewohnern dieser abgelegenen Weltgegend mit so viel Respekt und so einfühlsam begegnet ist. Berührt hat mich auch, dass sie sich den Menschen, die keine oder nur rudimentäre medizinische Hilfe in Anspruch nehmen können, als Ärztin zur Verfügung gestellt hat. Neben dem gekonnt spannenden Erzählen über das Segeln, die Crew und die Herausforderungen, die mit so einer abenteuerlichen Reise zusammenhängen, kommt auch die Liebe des Seglerpaares zur Natur ganz deutlich heraus. Ein tolles Buch, das weit über die übliche „Segler-Literatur“ hinausgeht! Schön und realistisch auch die Fotos von Erich Wilts.

Harald Schwarzlose, Ex-Chefredakteur und Herausgeber der YACHT

Es ist zweifellos ihr bisher interessantetes Buch: in „Inseln jeseits der Zeit“ hat Heide Wilts ein aktuelles Bild von den abgelegenden Südsee-Archipelen gezeichnet: Inseln, auf denen schwarze Magie, Hexenglauben und uralte Mythen lebendig sind wie eh und je, Dörfer, in denen der „Chief“ noch unangefochtene Autorität besitzt und als Stammeshäuptling über die Einhaltung des „Kastom“, der traditionellen Bräuche, wacht.

Auf ihrer viermonatigen Forschungsreise mit der Segelyacht „Freydis“ durch die Inselwelt Melanesiens bekamen Heide und Erich Wilts tiefe Eindrücke von diesem Land jeneits der Zeit und Zivilisation, an denen die Autorin nun den Leser mit spannenden Texten und meisterhaften Farbfotos, die der Skipper Erich beisteuerte, teilhaben läßt.
Das dabei nicht selten Kopf und Kragen riskiert wurden, entspricht ganz der Tradition anderer „Freydis“-Expeditionen, und wieder einmal geben diese Erlebnisse auch dem neuen Wilts-Buch die besondere Würze.

Band 9: ALASKA-JAPAN – Die letzte Reise der FREYDIS II (2013)

Literaturboot.de 7. Januar 2019, Detlef Jens, Autor und Literaturkritiker „...eine wunderbare Mischung aus Segelbericht und Naturbeobachtung...

Einige Menschen sammeln Briefmarken. Das Weltumsegler-Ehepaar Heide und Erich Wilts sammelt hingegen Weltmeere, auf denen es schon gesegelt ist. Deshalb beschließt es 2004 nach Nord- und Südatlantik, Nord- und Südpolarmeer, Indik und Südpazifik bei seiner siebten Weltreise den noch fehlenden Nordpazifik zu erkunden. Das vorliegende Buch beschreibt die letzte Reise der 1978 gebauten „Freydis II“, die bekanntlich 2011 vor Fukushima an der japanischen Küste zerstört wurde.

2006, 2007 und 2008 nutzen Heide und Erich Wilts die jeweils nur wenige Sommerwochen umfassenden Zeit- und Wetterfenster, um sich die Aleuten, den Golf von Alaska, das Beringmeer und die Tschuktschensee zu erschließen. Dabei steht das Naturerlebnis im Vordergrund: grandiose, wilde Landschaft, Wale, Bären und natürlich jede Menge Lachs. Heide Wilts begegnet aber ebenso sensibel und respektvoll der einheimischen Bevölkerung und versorgt ihre Leser mit wissenswerten Details zu den Inupiat, Yupiget und Yuit.

Was Otto von Kotzebue, Georg Wilhelm Steller, Vitus Bering oder Roald Amundsen an den von der „Freydis“ angelaufenen Küsten vor langer Zeit erlebten, erfahren wir durch immer wieder eingeschobene Rückblicke auf deren Fahrten. Was in neuerer Zeit an ethnologischen oder archäologischen Entdeckungen auftauchte ebenso. Heide Wilts hat fleißig gelesen, viele Gespräche mit den Menschen vor Ort geführt und auch in Deutschland noch mehrere Experten befragt.

Wie wohltuend es doch ist, solch ein intelligentes, gut recherchiertes, unterhaltsam geschriebenes Buch zu lesen. Natürlich wird auch der „ganz normale“ Segleralltag mit manch haarsträubendem Manöver hier, Angelversuchen oder Anlegerschluck dort beschrieben. Dieser Reisebericht bietet aber eben darüber hinaus eine reiche Fülle an Informationen. Und unterscheidet sich damit sehr angenehm vom langsam überhandnehmenden, bereits in Blogs während der Reise breitgetretenem BlaBla.

Während andere Autoren über ein paar hundert Seemeilen auf der Ostsee ein ganzes Buch füllen, widmet die vielgereiste Heide Wilts den 1800 Meilen von Vancouver bis San Diego im Jahr 2009 gerade mal fünf Zeilen. Statt – wie ursprünglich geplant – abermals Richtung Südsee und Neuseeland aufzubrechen, führt die noch frische Begeisterung für Alaska dort zu einem neuen Plan. Über Japan und Sibirien will das Paar ein weiteres Mal nach Alaska.

Nach einem Zwischenstopp auf dem Midway Atoll erreicht die „Freydis II“ 2010 Japan, wo es geschlossene Häfen gibt und für jede einzelne Insel ein „special permit“ erforderlich ist. Dank einer Kontaktperson kann das Inselhüpfen dennoch beginnen und erweist sich als äußerst stürmisch. Zur Kirschblüte laufen die Wilts die Iwaki Sun Marina im Osten der Insel Honshu an. Hier bleibt das Schiff für den heißen Sommer vertäut. Zurück in Japan erkunden seine Skipper den fremden und zugleich faszinierenden Norden Honshus sowie Hokkaido auf dem Landweg. Die Suche nach einem ausreichend starken Kran, der die „Freydis“ doch noch für die Überwinterung an Land heben könnte, bleibt jedoch erfolglos. Das Schiff wird im Oktober erneut im Hafen auf Honshu zurückgelassen.

Im März 2011 reißt sich die „Freydis“ durch den Tsunami in Fukushima los. Heide und Erich Wilts erfahren aus den Medien vom schweren Erdbeben in Japan und dem anschließenden nuklearen Gau im Atomkraftwerk Fukushima. Bange Tage folgen: ist die „Freydis“ gesunken? Oder irgendwo gestrandet? Ist sie verstrahlt? Letztlich wird das Schiff auf Felsen geschleudert gefunden und muss schweren Herzens aufgegeben werden. Lediglich einige Ausrüstungsgegenstände können geborgen werden. Heide Wilts schildert ihr Gefühlschaos zwischen Ungewissheit, Angst um liebgewonnene Menschen, Verlustängste wegen der unklaren Zukunft der „Freydis“ dramatisch und aufwühlend. Wirklich beeindruckend ist in diesem Teil des Buches, dass sie diese große Tragödie nicht über Gebühr ausbreitet und zu keinem Zeitpunkt jammert.

Nach 33 Jahren und 248.000 Seemeilen mit Heide und Erich Wilts endet das seglerische Leben der „Freydis II“. Als Mahnmal in einem Katastrophen-Gedenkpark in Japan soll das in drei Teile zerschnittene Schiff jedoch künftig an den Tsunami und die nukleare Verstrahlung erinnern und als Symbol der deutsch-japanischen Freundschaft dienen. Ein würdiges Ende. Heide und Erich Wilts ließen sich bekanntlich von dem herben Verlust nicht unterkriegen und sind längst wieder mit der Nachfolgeyacht „Freydis III“ unterwegs.

Lassen Sie sich auf keinen Fall vom fürchterlichen Titelbild des Buches abschrecken. „Alaska – Japan“ ist ein wirklich kurzweiliges, unterhaltsames, gut recherchiertes und hoch interessantes Buch. Heide Wilts ist eine wunderbare Mischung aus Segelbericht und Naturbeobachtung gelungen, mit weltgeschichtlichem Bezug und informativen Blicken in die Vergangenheit. Für mich der beste Segelreisebericht des Jahres 2013.

Band 10: K.O. – UND NOCHMAL GEPACKT (2018)

Literaturboot.de

K.O.- Und nochmal gepackt!

By Detlef Jens

Sie hatten das Schlimmste erlebt, den Totalverlust ihres Schiffes. In Japan, in der Tsunami-Katastrophe von Fukushima im Jahre 2011, während ihrer Abwesenheit, beschrieben im Buch „Alaska – Japan. Die letzte Reise der Freydis II“. Nun sind Heide und Erich Wilts nicht mehr die Jüngsten und so hätten sie dieses Ereignis auch als Anlass nehmen können, ihr auch bis dahin schon langes und erfülltes Seglerdasein als vollendet zu betrachten.

Doch darum geht es ihnen nicht. Es geht einfach um das Segeln an sich, das Reisen, das Erleben der Welt. Und: „Dazu kam die Einsicht, dass der schmerzliche Verlust der FREYDIS, unter dem ganz besonders Erich litt, sich durch kein anderes Mittel lindern ließ als durch den Bau eines neuen Bootes.“ Ein Satz, den wohl so ziemlich jede Seglerin, jeder Segler wird verstehen können. So kam es denn, dass Heide und Erich Wilts, gemeinsam mit vielen wechselnden Mitseglerinnen und Mitseglern, ihre durch den Verlust der FREYDIS II in Japan unterbrochene Reise mit ihrem neuen Boot fortsetzten.

Das ist natürlich nicht irgendein Boot, sondern eines, das sich die beiden sozusagen passgenau auf sich und ihre geplanten Reisen, ihre Art des Segelns zugeschnitten haben. In drei Worten: „Einfach, solide, zweckmäßig“. Interessant wäre es für viele Bootseigner sicher gewesen, mehr Details über Schiff und Ausrüstung zu erfahren, aber dies ist ja ein Buch über ihre Reise und nicht über ihr Schiff. Zwei Dinge bleiben nach der Lektüre in dieser Hinsicht haften. Erstens die Einsicht der beiden, dass die moderne Bordelektronik zwar sehr viel komplizierter, aber in keiner Hinsicht zuverlässiger oder einfacher zu installieren oder zu bedienen geworden wäre, im Gegenteil. Ein „Fortschritt“ in die eindeutig falsche Richtung, wie ja so vieles. Und wenn es schon auf der FREYDIS III immer wieder Ärger mit der Technik gab, dann konnten Heide und Erich mit ihren Crews doch wenigstens die streikende Technik reparieren, austauschen oder sonst wie „überlisten“ und immer weiter segeln. Ganz im Gegensatz zu einem befreundeten Seglerpaar, das eine begonnene Weltumsegelung mit einer Werftneuen Hallberg Rassy 48 nach einer schier endlosen Reihe technischer Probleme schließlich abbrechen musste. Dass beide Yachten völlig unabhängig voneinander ihre jeweils neuen Großsegel nach einem oder zwei Jahren austauschen mussten, weil diese unbrauchbar geworden waren, trägt auch nicht gerade zum Vertrauen in die Qualität moderner Yacht-Ausrüstungsteile bei. Auf der Hallberg Rassy war das In-Mast Rollreffsystem auf See kaputtgegangen, das Segel mit den vertikalen Latten ließ sich weder bergen noch reffen. Auf der FREYDIS war das Großsegel nach nur zwei Jahren so mürbe, dass es wie Papier riss.

Allerdings gibt es auf neuen Yachten immer „Kinderkrankheiten“, die erst im Laufe der Zeit auftreten und auch erst dann beseitigt werden können. Im Wissen darum hatten Heide und Erich Wilts die erste Reise mit ihrem neuen Schiff auf der relativ unproblematischen, sozusagen gut „ausgetretenen“ Barfußroute geplant. Um diese Reise geht es im größten Teil des Buches, von Nordeuropa über Biskaya, Kanaren und Kapverden in die Karibik; von dort durch den Panamakanal zu den Galapagos und weiter in die weite Südsee. Nun könnte man denken: Schon tausendmal besegelt, schon tausendmal beschrieben. Damit würde man allerdings weder den Seglern Heide und Erich noch der Autorin Heide gerecht. Denn ganz abgesehen davon, dass der letzte Teil dieser Reise, von Australien nach Japan, dann eben doch von den üblichen Routen der Blauwassersegler abweicht, ist auch die Schilderung des ersten Teils lesenswert und unterhaltsam. Das liegt wohl einerseits an ihrer Art zu segeln, aber auch an ihrer Art des Erlebens. Eine zusätzliche Dimension erhält der Bericht über die Inseln dadurch, dass die beiden vor allem solche Orte aufsuchen, die sie auf einer ihrer früheren Reisen, etwa 15 oder 20 Jahre zuvor, schon besucht hatten. Was ist in der Zwischenzeit daraus geworden? Wie hat sich das Leben dort verändert? Die Menschen? Durchaus interessant, nicht nur für die beiden selbst. Betrachtet voller Menschlichkeit und Empathie, ohne Dünkel oder Ideologie.

40 Jahre hatten es Heide und Erich geschafft, Wirbelstürme zu vermeiden. Doch als sie in Australien die Barfußroute verließen, um durch die Inselwelt Melanesiens und Mikronesiens mit günstigstem Wetter-Timing nach Japan zu segeln, bekamen sie es gleich mit sechs Taifunen zu tun (darunter zwei der Kategorie V). Die Aufruhr der Elemente, die nervenzerfetzende Taktik des Flüchtens, Ausweichens und Abwartens, die Seekrankheit und die Angst in der Crew, der von Fieberattacken geschüttelte Mitsegler, der Ausfall der Selbststeueranlage und der durcheinander geratende Törnplan – all das ergab eine wahrhaft explosive Mischung der Gefühle. Zuletzt sah sich das Seglerpaar gezwungen seine Crew vorzeitig auf einer Südseeinsel absetzen und das Schiff zu zweit, ohne Selbststeuerung (!), durch die gewaltige Altsee des abziehenden Taifuns Faxai nach Guam zu prügeln: in 74 Stunden 600 Meilen denn der nächste Sturm war schon im Anmarsch. Er erwischte sie gerade noch in der Einfahrt zur Lagune von Guam. Dort suchten sie Entspannung und fanden in der Kombüse eine Giftschlage. Auf der Weiterreise nach Okinawa und Nagasaki waren die Überraschungen zwar überwiegend kultureller Art, doch am Ziel gerieten sie doch noch in die Bahnen zweier Supertaifune.

Geschrieben ist das alles in dem Stil, den wir von Heide Wilts ja bereits kennen. Ehrlich, klar, nicht verklärend. Dafür auch immer wieder voller Infos. Neutral und ausgewogen, niemals überheblich. So wird denn auch der Südseetraum nüchtern relativiert, nicht alles ist paradiesisch in der Gegend, die von so vielen Europäern immer noch verklärend und vorschnell als „Paradies“ bezeichnet wird. Aber es ist beileibe auch nicht alles schlecht und am Ende werden die meisten wohl doch den Drang, oder zumindest die Lust verspüren, selber einmal in diese Gewässer aufbrechen zu wollen.

Band 11: ESKAPADE – VON JAPAN DURCH DIE NORDWESTPASSAGE (2019)

M A R E 134/2019: Hans W. Korfmann: „Wahre Leidenschaft

Text-/Bildband No 2: SEGELZIELE VOLLER WUNDER (1997)

DER SPIEGEL, 1. November 1998, Hans Apel, Bundesminister der Finanzen und Bundesminister der Verteidigung: „Anleitung zum Träumen

Hans Apel: Anleitung zum Träumen,

Hans Apel war von 1972 bis 1974 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Auswärtigen, von 1974 bis 1978 Bundesminister der Finanzen und von 1978 bis 1982 Bundesminister der Verteidigung. Er war ein passionierter Wassersportler und genießt einen Segel-Bildband

Hans Apel:

Segeln ist auch ein Stück Herausforderung, ein zeitlich begrenzter Abschied vom Alltagstrott und der Traum von einem großen Törn rund um die Welt. Dieser Sommer war in unseren Breiten leider so wenig überzeugend, daß man zum Träumen aufgelegt war. Dazu sollte man den beachtlichen Bildband von Heide und Erich Wilts, „Segelziele voller Wunder“, zur Hand nehmen.

Zu den entlegensten Ecken und Inseln der südlichen Hemisphäre geht es, drei Jahre lang. Madagaskar, da möchte man wohl sein, sei es bei vorgelagerten, unbewohnten Inseln oder bei den heiteren, freundlichen Bewohnern der Hauptinsel. Aber was tun, wenn der Motor seinen Geist aufgibt und die Crew über 4000 Seemeilen bis nach Australien nur auf die Segel setzen kann?

Eine Bewährungsprobe für Heide und Erich Wilts sind die acht Monate, die sie als Schiffbrüchige in der Antarktis verbringen müssen.

Auf ihrem Törn rund um den Südpol entstehen eindrucksvolle Fotos von Landschaften, die uns fremd sind, Bilder aus dem Segleralltag, die uns die ganze Gewalt der von Stürmen gepeitschten See vorführen. Der Begleittext stört nicht. Meine Empfehlung: Lesen und genießen. Eine Anleitung zum Träumen.

Heide und Erich Wilts: „Segelziele voller Wunder“. Delius Klasing Verlag, Bielefeld; 144 Seiten; 54 Mark.

Text-/Bildband No 3: SEGELABENTEUER IM SÜDPAZIFIK (1999)

WELT AM SONNTAG, 5. Dez 1999, Arnt Bruhns: „... der wahre Schatz...

letzter Absatz: …“Heide Wilts beschreibt als Autorin die Erlebnisse am südlichen Erdrand mit viel Einfühlungsvermögen. Deutlich vor Augen geführt werden dem Leser die Wunder der südlichen Flora und Fauna aber erst durch die Fotografien von Skipper Erich Wilts. Die Bilder sind der wahre Schatz dieses jüngsten Buches und stellen die abgelegenen Eilande vor, die der normale Leser nie zu Gesicht bekommen wird.“