An unsere Freunde und Mitsegler

2009: Heide steuert die Freydis mit Rumpfgeschwindigkeit unter der Golden Gate Bridge in die Bucht von San Francisco.

Ihr Lieben,

Als erstes: Wir bedanken uns beide noch einmal herzlich für die vielen Glückwünsche zu unseren 80. Geburtstagen!

Wenn nur ein kleiner Teil Eurer Wünsche für uns in Erfüllung geht, dann haben wir noch ein schönes Jahrzehnt vor uns.

An uns soll´s nicht liegen! -:)

Bedanken möchten wir uns auch bei den Redaktionen von YACHT, SEGELN, GOOSE, OCEAN7, YACHT CLUB AUSTRIA und nicht zuletzt der Kreuzerabteilung des DSV. Sie haben alle an uns gedacht.

YACHT – Porträt von Ursula Meer

Im Porträt: Heide Wilts: „Ich bin eine Landratte, die segelt“ (yacht.de)

Porträt: Heide Wilts | Delius Klasing (delius-klasing.de)

Die Freydis überwintert im äußersten Nordwesten Islands im kleinen Hafen von Isafjördur. In diesem Jahr wollen wir mit ihr ein letztes Mal in grönländischen und isländischen Gewässern segeln und dann über die Färöer, Orkneys und den Kaledonien-Kanal nach Oban. Im nächsten Jahr geht es dann zurück in unser Heimatrevier, die Deutsche Bucht, in der vor über 60 Jahren für uns alles begann und nun, schon absehbar, alles zu Ende geht.

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Trans-Ocean ZOOM Meeting am Mittwoch, 09. März 2022

Und weitere Vorträge in Deutschland und Österreich

Mit Downloadlink der ZDF Reportage „Schiffbruch zwischen Feuer und Eis“

Südpolarmeer. Auf dem Weg zum Rossmeer, Antarktis

Hallo Freunde,

Nach über zweijähriger Abstinenz – erzwungen durch die Pandemie – versuchen wir, dort anzuknüpfen, wo wir seinerzeit unterbrechen mussten.

Also: wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit vielen von Euch – hoffentlich! Denn nicht auszuschliessen ist, dass uns im kommenden Herbst wieder eine Coronawelle erwischt. Wir haben große Zweifel, dass unsere Politikergarde den Mumm hat, die allgemeine Impfpflicht einzuführen. Lieber lassen sie jeden Tag 300 Menschen sterben.

Herzliche Grüße

Heide und Erich

VORTRÄGE  2022

Cuxhaven/Heidelberg  Trans-Ocean Micro-Seminar (ZOOM – Vortrag)

am Mittwoch, 09. März 2022. Der ZOOM Raum ist ab 18:30 geöffnet, wir starten um 19:00 Uhr.

Dieses Seminar ist kostenlos. Das Einzige was Ihr tun müsst, ist Euch anzumelden, um den Zugangscode als E-Mail zu bekommen. Bitte E-Mail an: seminar@trans-ocean.org.

Es genügt, wenn Ihr Euch einmal anmeldet. Ihr steht dann im Verteiler und bekommt automatisch alle Infos zu den folgenden TO Seminaren.

Heide + Erich Wilts im Gespräch mit Bert + Marlene Frisch: SICHER DURCH DEN STURM – Zur Strategie + Taktik in Schwerem Wetter

Mit Downloadlink der ZDF Reportage „Schiffbruch zwischen Feuer und Eis“ : https://we.tl/t-ZQGpkAfwFw


Salzburg – Donnerstag, 12. Mai 2022 – Beginn 19:30

SICHER DURCH DEN STURM – Zur Strategie + Taktik in Schwerem Wetter

Ort: Friesacher Heurigen, Hellbrunnerstraße 17,  A-5081 Anif/Salzburg

Veranstalter: YCA – Yacht Club Austria  Crew Salzburg

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ALTWERDEN IST KEIN VERDIENST…

…ABER EINE GNADE!

Das gilt ganz besonders, wenn man mit 80 noch einigermaßen gesund und klar bei Verstand ist und das Leben noch genießen kann.
Heide wurde in dieser Woche 80.
Sowohl die YACHT als auch SEGELN brachten ein Portrait von Heide, die ich beide für sehr gelungen halte und Euch ans Herz legen möchte.

Hier der Hinweis auf den Artikel von Ursula Meer in der YACHT No 5/2022:
https://www.yacht.de/aktuell/panorama/heide-wilts-zum-80-geburtstag-portraet-einer-grossen-seglerin

und hier das Pendant von Detlef Jens in der Zeitschrift SEGELN No 3/2022:

Beide haben Heide hier in Heidelberg lange interviewt und dann aus ganz unterschiedlicher Perspektive über sie geschrieben.
Wie der Zufall es will: Beide Zeitschriften sind ab heute, Mittwoch, dem 23. Februar am Kiosk erhältlich.
Also viel Vergnügen beim Lesen.

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk erhielt Heide von ihrem Schulfreund Eike zum 80., eine geniale Aufnahme der 5. Symphonie von Ludwig van Beethoven:

Hurra!! Nach zweijähriger Corona-Abstinenz können wir wieder Vorträge halten: Die ersten beiden in Salzburg und Linz.
Einzelheiten findet Ihr unter VORTRÄGE und „SEGLER DER HERZEN“ auf unserem Blog: https://www.freydis.de/wordpress/segler-der-herzen/

Herzliche Grüße

Erich

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Vorträge und „Segler der Herzen“

Gerade halten wir die 60-seitige Jubiläumszeitschrift vom Magazin OCEAN7 in den Händen: „FESTSCHRIFT YCA 2022“. Anlass: Der Yacht Club Austria mit seinen mehr als 2.500 Mitgliedern feiert Mitte Mai sein 50-jähriges Bestehen auf dem Donau-Dampfer „MS Schönbrunn“ in Linz – und wir beide feiern mit.
Heide und ich sind seit 40 Jahren immer wieder zu Vorträgen vor den Mitgliedern der YCA -Crews in Wien, Linz, Salzburg, und Tauern eingeladen worden – um die drei Dutzend dürften es inzwischen wohl sein. Wir erleben dort jedes Mal ein tolles Publikum.

In diesem Jahr sind wir wieder in Salzburg und Linz zu Gast mit dem Thema:

Sicher durch den Sturm – Strategie + Taktik im schweren Wetter

in Salzburg am 12. Mai 2022

in Linz am 29. November 2022

Vor zwei Jahren hat uns der Verein die Ehrenmitgliedschaft angetragen, für uns eine große Ehre.
Über uns beide hat OCEAN7 in seinem neuen Special eine Seite gebracht. Den Bericht haben wir vorher nicht zu Gesicht bekommen, die Infos sind aber gut recherchiert und stammen wohl von Wikipedia. Der Titel „Segler der Herzen“ hat uns überrascht und erfreut. Solch Kompliment erhält man nicht alle Tage. Wir bedanken uns herzlich bei unseren Freunden in Österreich.

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FREYDIS TÖRNS 2022

Hallo Freunde,

Neues Spiel – neues Glück!

Das neue Jahr beginnt – so wie die beiden vorangegangenen – mit Corona. Wir haben uns hier in Heidelberg mal wieder eingeigelt und unsere Kontakte auf ein Minimum reduziert.

Wie in den beiden Vorjahren werden wir auch in diesem Jahr wieder im Sommer auf Reisen gehen. Die FREYDIS liegt in Isafjördur und scharrt mit den Hufen. 

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Eisbärin zu Besuch

Michael Ziese aus Rostock, unser Stegnachbar in Isofjördur, ist mit seiner X-TRIP, eine ELAN 37, seit 4 Jahren einhand in isländischen Gewässern unterwegs. In Bayern würde man ihn als „Hund“ bezeichnen. Im Sommer 2021 war er allein an die Ostküste Grönlands gesegelt, bekam dort in einer Bucht vor Anker liegend Besuch von einer Eisbärenmama mit ihren zwei Jungen. Die wollten gerne zu ihm übers flache Heck an Bord steigen (siehe Foto) – er aber hatte Bedenken.

Alleine mit einer kleinen Kunststoffyacht nach Grönland zu segeln, ist schon sehr mutig – und auch sehr riskant. Vor der kleinen Ortschaft Scoresbysund ankernd wurde er von einem Sturm überrascht. Der Anker slipte und die X-TRIP strandete auf Unterwasserfelsen. Nur dem beherzten Einsatz einer Eskimocrew mit stark motorisiertem Motorboot, die ihn von den Felsen runter zog, verdankte er, dass er noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist.

Michael hat uns ein paar eindrucksvolle Bilder überlassen, die er auf seiner letzten Reise z.T. mit Drohne gemacht hat. Danke, Michael! Weiter Infos findet Ihr auf seiner Homepage 

http://www.x-trip.eu/kontakt/

Der „Hund“ mit dem blauen Auge hatte uns vor zwei Monaten alarmiert, als der Monster-Orkan XENUS und in seinem Gefolge der Orkan YOGI die Freydis beschädigten und uns bei der Reparatur geholfen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Kürze in Isafjördur.  

Michael Ziese und die X-TRIP
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Betr.: BÜCHER + „boot“

Hallo Freunde,

Wir waren wie jedes Jahr vor Weihnachten drei Wochen zum Wandern und Relaxen auf den Kanaren. Diesmal allerdings nicht auf unserer heftigen Vulkanausbrüchen ausgesetzten Lieblingsinsel La Palma, sondern im Süden von Gran Canaria.

Am 19. Dezember kehren wir zurück nach Heidelberg und werden als erstes die vorliegenden Buchbestellungen abwickeln. Das wird bis Weihnachten auch klappen.

Bücher für den Weihnachtstisch könnt Ihr jetzt noch bei uns direkt per E.-Mail bestellen oder aber über unsere Homepage. https://www.freydis.de/wordpress/buecher/

Das ganze „Programm“, insgesamt 16 Bücher, sind noch lieferbar.

Wir freuen uns über Bestellungen!

VORTRÄGE AUF DER  „boot“

Von dem Veranstalter der „boot“ in Düsseldorf wurden wir im September gefragt, ob wir im Januar wieder für Vorträge auf der großen Bühne zur Verfügung stehen. Wir haben drei Termine zugesagt. Beginn jeweils um 13:30

Samstag (22.01),   Sicher durch den Sturm – Strategie und Taktik beim Segeln in                                                                       schwerem Wetter

Die Sturmexperten Heide und Erich Wilts stellen systematisch Strategie und Taktik, Vorbereitung, Technik und ganz praktisch Verhaltensweisen bei Starkwind, Sturm oder Orkan vor.

Sonntag (23.01), Grönland rund – Mit der Freydis vom Polarkreis zum Polarkreis

Montag (24.01), Sicher durch den Sturm – Strategie und Taktik beim Segeln in schwerem Wetter

Ob die Messe und die Vorträge nach der erschreckenden Zunahme von Corona in den letzten zwei Monaten noch stattfindet, können wir nicht beurteilen. Wir werden uns diesbezüglich Anfang Januar noch einmal bei Euch melden.

Falls wir uns vorher nicht mehr sprechen: Wir wünschen Euch ein frohes Fest. Kommt gesund ins neue Jahr.

Herzliche Grüße

Heide+Erich

PS  

Es mehren sich die Anfragen, was wir im kommenden Jahr (2022) mit der FREYDIS vorhaben, die derzeit im Nordwesten Islands in Isafjördur überwintert. Dazu Folgendes:

Wir möchten noch mit dem Törnplan bis zum Januar warten. Dann können wir besser überblicken, was in Sachen 4. Welle und Omikron-Variante auf uns alle zukommt. Also habt bitte noch etwas Geduld.

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5.500 Meilen auf arktischem Kurs – Finale

Text von Heide, Fotos von Ralph Gerdes, Gerrit Voss, Peter Wagner, Erich Wilts

Auf nach Grönland oder Heiß auf Eis

Die letzte Crew dieser Saison hatte, wie schon die vorangegangene, die Wahl zwischen Island rund und einem Abstecher an die Ostküste Grönlands. Sie entschied sich einmütig für die Reise nach Grönland und zurück. Alle hatten auch, wie besprochen, einige Reservetage eingeplant, falls das Wetter auf der Rückreise nicht mitspielen würde. Zwei Jahre zuvor hatten wir diese Vorsorge nicht getroffen und wären deshalb beinahe in Bedrängnis geraten: Die eingeplante Woche für die Rückreise über die Dänemarkstraße hatte wegen heftiger Stürme nur um Haaresbreite ausgereicht. Anderenfalls hätten unsere Mitsegler ihren Flieger von Island nach Deutschland nicht mehr rechtzeitig erreicht.

Eine abweisende, ja feindselige Küste empfängt uns. Vorsichtig bahnen wir uns einen Weg in die Fjorde und Sunde zu den wenigen Anker-Buchten, in denen man vor Eis und Fallböen sicher ist.
Im Inneren des Sermilikfjordes. In der Saling gibt Jochen dem Rudergänger Hinweise, der einen Weg durch das Eislabyrinth sucht.

Auch der letzte Törn des Jahres von Isafjördur an die grönländische Küste, war spannend, vor allem wegen der ungeheuren Eismassen in den Fjorden und an der Küste. Die wilden Szenarien aus Felsen, Eis und Meer haben uns nicht nur tief beeindruckt – wir waren auch gefordert. Der Törn mit Aufenthalten in Tasiilaq und kleinen Innuit-Dörfern weiter nördlich, verlief ohne größere Pannen. Zum guten Gelingen trugen nicht zuletzt unsere erfahrenen Mitsegler aus Ostfriesland bei.

Mit dem Kescher fangen wir unsere Drohnen wieder ein
Ein farbenprächtiges Schauspiel: Sieben Achtel der Eisberge und Growler sind unter Wasser
Heide im Bugkorb warnt vor Growlern
Zu Dicht wird das Eis. Wir schaffen es nicht zur Abbruchkante der Gletscher.
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Veröffentlicht unter 2021, Allgemein, Grönland, Island, Rundbriefe | 2 Kommentare

FREYDIS durch Monster-Orkan XENUS beschädigt

Die FREYDIS überwintert, wie schon vor drei Jahren, im winzigen Segler-Hafen von Isafjördur im Nordwesten Islands zusammen mit knapp einem Dutzend anderen Yachten. Darunter auch die X-TRIP (eine ELAN 37) von Einhandsegler Michael Ziese aus Rostock.

Micha segelt schon die 4. Saison in isländischen Gewässern. Er war zum Glück noch an Bord, als vor vier Wochen der Monster-Orkan XENUS und ein paar Tage später in seinem Schlepptau Orkan YOGI zuschlugen. Die Yachten wurden dadurch z.T. schwer beschädigt. Bei der X-TRIP klaffte durch eine herausgerissene Klampe im Deck ein Loch von einem halben Quadratmeter, bei der FREYDIS platzten mehrere Fender, rissen 4 Reelingstützen ab, wurde das Gehäuse einer Windhutze zertrümmert, brachen die Rotorblätter eines Windgenerators und der losgerissene Großbaum beschädigte Wanten und Fallen. Anderen Yachten ging es noch schlechter, sie liefen z. T. voll Wasser und verloren Segel. Die Rettungsdienste waren permanent im Einsatz, um durch Pumpen und dem Ausbringen zusätzlicher Leinen Schlimmeres zu verhindern. Laut Hafenmeister Gudmundur Kristjánsson, einem pensionierten Kapitän, war es der schlimmste Orkan seines Lebens. Am Flugplatz wurden in Spitzen 116 Knoten Wind (Orkan beginnt bereits bei 64 Knoten Wind) gemessen. Die Kräfte, die wirken, kann man sich kaum noch vorstellen und sind für uns nur vergleichbar mit Super-Taifunen der Kategorie V, wie wir sie vor ein paar Jahren in Japan erlebt haben.

Micha hatte uns gleich benachrichtigt, aber schon vorher mit Kapitän Torfi Einarsson zusätzliche Leinen an der FREYDIS ausgebracht.

Ich bin dann gleich nach Island geflogen, mein Freund Thilo, Chief-Engineer seit 40 Jahren, hatte Unterstützung angeboten und kam mit. Wir haben dann eine Woche lang bei viel Wind, Regen, Schnee und Kälte an der FREYDIS gearbeitet und insgesamt 21 Leinen ausgebracht, große Fender gekauft, Autoreifen organisiert etc. Thilos Handrücken waren dick angeschwollen und mein Kreuz arg lädiert. Nun hoffen wir, dass unser Schiff in diesem Winter noch gut über die Runde kommt. Allerdings konnten wir nicht alle Schäden in der Kürze der Zeit beheben. 

Unser Dank gilt allen, die mir geholfen haben, natürlich ganz besonders Thilo und Michael Ziese.

Michael hatte während des Orkans nur ein paar Minuten sein Boot verlassen können, um zu filmen. Einen kleinen Eindruck bekommt Ihr auf diesem Video: https://youtu.be/bMyxvR9Ons0

Mit besten Grüßen
Heide+Erich

Fortsetzung: 5.500 Meilen auf arktischem Kurs – Teil II

Jetzt war guter Rat teuer!

Die FREYDIS pünktlich in Grönland, aber die neue Crew in Island – und keine Möglichkeit, zu uns zu fliegen, denn die Flüge der zweiten Fluggesellschaft schienen völlig ausgebucht. Was tun?

Überraschend schnell löste unser deutsches Reisebüro die Probleme mit den Rückflügen unserer Mitsegler: Noch am selben Tag reservierte sie sechs Plätze bei der zweiten Fluggesellschaft. Es war kein Direktflug, dazu umständlich und teuer, aber es war sichergestellt, dass alle rechtzeitig wieder nach Deutschland in Arbeit und Brot kamen. Vorher halfen alle kräftig mit beim Aufklaren der FREYDIS und dann waren sie schon fort. Der Einzige, der außer dem Skipper an Bord blieb, war Gundolf, da er vorhatte, auch den nächsten Törn mitzusegeln. Gemeinsam zogen wir ins benachbarte Restaurant und beratschlagten, wie es weitergehen sollte.

Ein wilder Ritt nach Island

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg kommen. Die Entfernung von Quaqortoc nach Reikjavik beträgt etwa 800 Meilen und wir hatten nur noch eine Woche Zeit bis zum Beginn des dritten Törns. War das zu schaffen? Den ganzen Tag ging es über Telefonate und Mails hin und her mit unseren Mitseglern auf Island und in Deutschland, und wir fragten auch WetterWelt: „Die Wetterlage scheint mit Euch zu sein“, schrieb Herr Wache, unser Meteorologe.

Gundolf und Erich in Quaqortoq: Zu zweit segeln wir nach Island, um unsere liegengebliebene Crew abzuholen

Fotos in diesem Beitrag von der Crew der FREYDIS, namentlich Gundolf Oertwig, Thomas Bruns, Erich Wilts.

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Veröffentlicht unter 2021, Allgemein, Grönland, Island, Rundbriefe | Schreib einen Kommentar

5.500 Meilen auf arktischem Kurs

Rückblick auf die Saison 2021

An unsere Freunde und Mitsegler,

vor einigen Tagen sind wir aus Kärnten zurück gekommen – zwei Wochen Wellness hatte uns Heide nach unserer Rückkehr aus Island verordnet – mit sich als Kurärztin. Hatten wir nötig und ist uns auch gut bekommen. Vormittags wandern in luftiger Höhe, nachmittags relaxen in Thermen und Sprudelwasser und abends gepflegt essen.

(c Saul Santo)
Nach dem Ausbruch: Im Vordergrund die Marina Tazacorte, in der wir 8 Monate gelegen haben. Dort, wo im Hintergrund die glühende Lava ins Meer fließt, wurde die Finca von Rolande und Federico, auf der sie ihr Domizil hatten, begraben.
Vor dem Ausbruch: Da war die Welt noch in Ordnung

Ja, Ihr könnt noch mit uns rechnen, auch wenn es in diesem Jahr ein paar Mal sehr eng wurde. Nicht lange, nachdem wir den Hafen unserer Lieblingswanderinsel La Palma Anfang Juni verlassen hatten, ist auf dem Bergrücken Cumbre Vieja der schlummernde Vulkan erneut ausgebrochen (der letzte Ausbruch liegt genau 50 Jahre zurück). Er wütet derzeit immer noch – und sogar von Tag zu Tag heftiger. Schon die bloße Vorstellung, dass wir bei seinem Ausbruch noch in der Marina von Tazacorte gelegen hätten, ist gruselig: Da verliert man 2011 seine geliebte Yacht in einem Jahrhundert-Tsunami in Japan, baut eine neue Yacht und riskiert diese genau 10 Jahre später bei einem Vulkanausbruch erneut in einer scheinbar bombensicheren Marina.

Andere hatten nicht so viel Glück: Wie es den Yachten in der Marina Tazacorte ergangen ist, haben wir noch nicht in Erfahrung gebracht, aber inzwischen sind schon über zweitausend Anwesen auf La Palma zerstört, für viele der Betroffenen eine persönliche Katastrophe. Auch unser langjähriger Trans-Ocean-Stützpunktleiter auf La Palma, Federico Ulrich und seine Frau Rolande, die nicht weit weg von der Marina wohnen, konnten sich zwar in Sicherheit bringen, aber ihre Finca mit all ihrem Hab und Gut wurde unter der Lava begraben. Sie schrieben uns heute:

Ja wir sind betroffen und haben alles verloren. Die letzten 4 Wochen gleichen einem Horrorfilm. Jetzt verhandeln wir mit Versicherungen und Behörden.
Besitzen noch unseren Geländewagen, ein paar Kleider, unsere 2 Fellnasen (gemeint sind ihre Hunde) und 2.200 m2 Lava von 20m Dicke, in der alles bei 1240 Grad eingeschmolzen ist.

Der Verein Trans-Ocean will ihnen helfen und hat eine Hilfsaktion gestartet. Jeder kann sich daran beteiligen.

Heute ist der 25. Oktober 2021. Unser letzter Eintrag auf unserem Blog stammt vom 3. Mai des Jahres. Das ist lange her. Nicht, dass wir unter Schreibfaulheit litten, aber die Segelsaison 2021 hat uns weit mehr gefordert als erwartet – es lief in diesem Jahr nicht alles nach Plan.

Hätte uns zu Beginn der Saison jemand erklärt, dass wir in diesem Jahr gleich zweimal nach Grönland und zweimal nach Island segeln und dann noch einmal Island rund, dann hätten wir ihn für verrückt erklärt. Aber wie heißt es so schön: “… erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!“ Und das alles wegen eines Virus, der die Welt immer noch in Atem hält.

Warum wir in diesem Jahr in 3 Monaten unter oft schwierigsten Bedingungen 5 ½ tausend Meilen gesegelt sind – was gar nicht unsere Absicht war – lest Ihr in diesem Blogbeitrag.

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Veröffentlicht unter 2021, Allgemein, Grönland, Island, Rundbriefe | 6 Kommentare