Rezensionen zum Doppelband Im Sturm

Auf dieser Seite findet Ihr Rezensionen zum Buch Im Sturm I+II:
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Sehr geehrte Frau Dr. Wilts!

Seglerisch bleibt uns Normalseglern nur Demut vor Ihnen und Ihrem Mann.

Ich möchte etwas anderes hervorheben:

In „Dramatische Tage“ beschreiben Sie – wenn ich richtig gezählt habe – 33 Stürme.
In „Auf der Route der Albatrosse“ nochmal eine ganze Reihe. (Ihre anderen Bücher habe ich nicht gelesen.)

Bestimmt also mindestens 40, eher 60 Stürme …
und nirgends eine sprachliche Wiederholung! Nie das gleiche Bild, immer neu, immer spannend, humorvoll, interessant zu lesen, informativ …

Dafür hätten Sie den Nobelpreis für Literatur verdient, oder wenigstens den für Segelliteratur!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Lampalzer

20. Oktober 2020, Dr. Hans Lampalzer

Liebe Heidi, lieber Erich,

herzliche Grüße zurück! Ich sehe ihr seid wieder unterwegs und startet in heimischen Gewässern…Borkum, Eemskanal….
Danke, daß wir euch begleiten und beraten dürfen! Ich halte die Augen offen – so wie sie manche Nacht offen blieben, während ich euer jüngstes Buch mit den Stürmen las, so spannnend war es.
Ich lese zurzeit eure packenden Bücher und wetter mit euch gedanklich einen Sturm nach dem anderen ab. Junge, Junge, was ihr und das Schiff alles ausgehalten habt – kaum zu glauben.
Ich glaube ihr habt genügend Stürme erlebt, oder ? Wenn wir euch helfen können sie in Zukunft zu vermeiden, dann freut es uns sehr!
Euch einen schönen Törn – mit den besten Grüßen aus Kiel – bleibt gesund und munter!
Meeno

25. Juli 2020, Dr. Meeno Schrader

Liebe Familie Wilts,

mit großer Freude habe ich Ihr Buch „Im Sturm“ gelesen (zumindest erst mal Teil 1), Sie sprechen mir sehr aus der Seele. Wie schön, dass Sie die „Seemannschaft“ auseinandergenommen haben. Kürzlich habe ich dem DK-Verlag nämlich mitgeteilt, dass das Kapitel „Schwerwettersegeln“ mal überarbeitet werden müsste und eine Diskussion darüber angeregt, was „heaving to“, „lying a’hull“, „fore-reaching“ angeht und die Definition der Begriffe „sea-anchor“ and „drogue“ unterscheidet. Apropos: irgendwo habe ich gelesen, dass früher im Englischen „sea-anchor“ und „drogue“ auch synonym gebraucht wurden.

Was die Stilblüten in von Haeften’s Buch angeht spricht das eigentlich für sich. Es erinnert mich fast an Claus Hehner’s Buch übers „segeln“, das ist schon ein Comic. Bei Wilfried Erdmann bin ich unschlüssig. Es hat mich zumindest nachhaltig irritiert, dass er sich in seinem Agulhas Sturm einfach auf die Bodenbretter legt. Das fliegt man beim Durchkentern durch den Raum und kann sich schwer verletzen, da hätte ich was anderes erwartet (Koje mit Leesegeln, verkriechen in der Hundekoje, irgendwie gesichert).

Auch ich bin ein Fan vom Buch „Schwerwettersegeln“, aber (für die Ausgabe 2014) gilt das leider nur für die englische Ausgabe. Was mir da an der Übersetzung aufgefallen ist, das ist echt der Hammer. Ich schicke Ihnen mal in einer weiteren mail meine Kommentare an den Verlag.

Bis dahin herzliche Grüße

Jens Kohfahl

22. Juli 2020, Dr. Jens Kohfahl

Liebe Heidi, lieber Erich,

nicht eins, gleich zwei Bücher sind fertig geworden! Toll – auch die Idee eure Abenteuer und eure Erfahrung so zu vermarkten. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf die Lektüre! Werde nicht bis zum nächsten Sturm oder eine Quarantäne warten. Vielen Dank!

Schon ungelesen mache ich sehr gerne und ohnehin laufend für euch Werbung, verweise auf die Bücher und eure unsäglichen Abenteuer, die euch widerfahren und mit aller Härte getroffen haben. Etliche Rückschläge aus denen ihr aber immer wieder auferstanden seid! Bei dem, was ihr alles schon ge- und besegelt habt von Pol zu Pol und alles dazwischen… für mich seid ihr schon seid langem die wahrhaftig größten Welten(um)segler!!

Ich (und die WetterWelt) freue mich und bin stolz, ein kleiner Teil eurer Reisen zu sein. Diese Freude teile ich insbesondere mit Sven und Sebastian.

Euch einen guten Start und ebenfalls eine unbeschwerte Reise!!!

Herzliche Grüße
Meeno

3. Juli 2020, Dr. Meeno Schrader

Liebe Heide, lieber Erich,

Ich hab mich noch gar nicht bei Euch für die Zusendung Eures Sturm-Zweiteilers bedankt. Da wir derzeit noch weitestgehend von zu Hause aus arbeiten, hab ich ihn erst jetzt bekommen. Vielen Dank, er wird in meinem Buchregal im Büro einen Stammplatz bekommen.

Euch alles Gute! Uwe ist ja bereits im Gespräch mit Euch wegen eines Beitrags, mit dem wir auf Euer neues Werk hinweisen werden. Darauf freue ich mich schon.

Liebe Grüße aus dem Norden!

Jochen

25. Juni 2020, YACHT-Chefredakteur Jochen Rieker

Liebe Heide, lieber Erich,

was hab ich mich gefreut und wie sehr bin ich Euch verbunden und nahe. Hut ab und alle Achtung. Ich habe Eure beiden neuen Bücher gelesen und verehre Euch einmal mehr. Wenngleich manche der herausragenden Leistungen mir bekannt waren, ich in anderen Büchern von Euch „dabei war“, so ist diese Bilanz aus fünfzig Jahren gerade auch in der komprimierten Form unschlagbar; wird es auf ewig bleiben. Ein wenig vertraut sind mir, ein wenig nur, auch die häufigen Schäden am Material und das Versagen von Mitgliedern der Besatzung.

Ich wünsche Euch und den beiden Bänden viel Erfolg. Namedropping wo immer mir möglich sei versprochen. Gute Wünsche für baldigen Start auf den nächsten Törn mit Schiebewind und großes Dankeschön für diese besondere Lektüre.

Ganz herzliche Grüße

Euer Gerd Engel

27. Mai 2020, Gerd Engel, Kapitän

Moin, Ihr Lieben!

Da habt Ihr ja ein Werk hingelegt :=)) Das gefällt mir sehr, nicht nur des Inhalts wegen, es kommt im Schuber auch wirklich wertig rüber. Sehr gelungen!

Ich wüsste nun zwar nicht, welches Exzerpt sich für eine Vorab-Veröffentlichung anbieten würde, da wir diese Themen ja bereits in extenso im Heft behandelt haben. Aber es gibt ja auch genügend andere Möglichkeiten, darauf Appetit zu machen. Haltet mich bitte auf dem Stand in Sachen Verkaufsstart, damit wir entsprechend damit in die YACHT kommen!

Viele Grüße

Uwe

25. Mai 2020, YACHT-Chefredaktion, Uwe Janßen

Liebe Frau Wilts,

Mein Kommentar:

Heide und Erich Wilts scheuten 50 Jahre keine Herausforderung, selbst in polaren Wintern und hier werden wir Zeugen, wie sie selbst aussichtslos scheinende Momente mit all ihrer Erfahrung meisterten: unfassbar spannend und lehrreich.

Ich bin jedenfalls schon fester Käufer beider Bände!!!

Herzlich
Nikolaus Gelpke

16. Februar 2020, Nikolaus Gelpke, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift mare in Hamburg

Liebe Heide, lieber Erich,

meine Stellungnahme zu den Büchern „IM STURM“ Band I und II:

Bekannlich werden alle schweren Stürme an den Clubtheken abgewettert.
Bei Heide und Erich Wilts ist das anders: In jahrzehntelangem harten Segeln in den gefährlichsten Gebieten unserer Ozeane und Polargebiete mussten sie schwerste Stürme abwettern – einfach um zu überleben.

Diesen Wissensschatz von Experten sollten sich alle Seesegler zu eigen machen und die Veröffentlichungen der Wilts nicht nur lesen, sondern intensiv studieren.

Herzliche Grüsse, Wolfgang.

27. Januar 2020, Wolfgang Laermann

Bei kaum einem Thema klaffen Theorie und Praxis soweit auseinander wie bei dem Abwettern eines Sturmes. Jeder Sturm, jedes Seegebiet, jede Situation ist anders. Im Laufe ihrer langen Seglerpraxis haben Heide und Erich Wilts zahllose Stürme überstehen müssen. In solchen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen ist überlebenswichtig – aber keinesfalls selbstverständlich. Heide und Erich sind damit zu echten Experten geworden. Die Weitergabe dieses Wissens wird zu einem Standardwerk für jeden Fahrtensegler werden.

19. Januar 2020, Arved Fuchs

Eure Berichte in der Yacht über Sturmsegeln sind das beste, was ich zu dem Thema gelesen habe. Praxisnah und kommen genau auf den Punkt. Das hat dazu geführt, daß wir uns die Yacht nach längerer Zeit mal wieder gekauft haben.

21. Mai 2018, Michael Haferkamp, SY POLARIS, Bremen

Weitere ausführliche Rezensionen

9. Juni 2020, NACHRICHTEN DER KREUZER-ABTEILUNG des DSV KA, Martin Muth

Die See im Sturm erobert …
In der Kategorie des anspruchsvollen Fahrtensegelns haben Dr. Heide und Erich Wilts einen Ruf wie Donnerhall. Nun, mit jeweils 78 Lebensjahren gesegnet, präsentieren die Mitglieder der DSV Kreuzer-Abteilung ihr seglerisches Vermächtnis: 500 Seiten über die Seefahrt bei Extremwetter.

Im Englischen könnte man verleitet sein, Heide und Erich Wilts „storm chaser“ nennen. Das sind Menschen, die Stürmen hinterherjagen, um Fotos und Filme davon zu machen und manchmal auch Untersuchungen durchzuführen. Das findet aber an Land statt, und bei den Stürmen handelt es sich überwiegend um lokal begrenzte Phänomene wie Tornados.
Nun jagt das Ehepaar Wilts auf ihren Törns keine Stürme, aber seit sie zur See fahren, gehen sie ihnen auch nicht wirklich aus dem Wege. Sie segeln vielmehr in Gebieten unserer Erde, die für häufige und starke Windereignisse bekannt sind. So sind an die 160 Stürme zusammengekommen, die sich in ihren Logbüchern und zahlreichen Publikationen finden.
Bei circa 300.000 sm, die die Wilts gemeinsam ins Kielwasser gelegt haben, ergibt sich also rein rechnerisch alle 1.900 sm ein Sturm. Das dürfte zumindest im deutschsprachigen Raum unerreicht sein und damit auch das Wissen: Wie bereite ich mich auf einen Sturm vor, die Crew, das Schiff? Was tue ich, wenn es Spitz auf Knopf steht? Beiliegen, ablaufen, bremsen?
Die wichtigste Frage aber steht am Anfang: Wie sollte mein Schiff gebaut und ausgerüstet sein, damit ich es überhaupt wagen kann, Stürme zu bestehen? Für Heide und Erich Wilts stand dieses Gebot der Seetüchtigkeit schon bei der Auswahl des ersten eigenen Schiffs ganz oben auf der Agenda: Beim Baumaterial fiel die Wahl zunächst auf Stahl, später auf Aluminium.
„Kein vernünftiger Mensch käme auf die Idee, …, eine Fahrt quer durch die Sahara mit einem Kleinwagen zu unternehmen“, schreibt das Skipperpaar in seinem neuen Buch „Im Sturm“. „Er würde sich ein geländegängiges Fahrzeug zulegen mit Allradantrieb, hohem Chassis, spezieller Bereifung, Luftfiltern, Schaufeln und weiteren nützlichen Ausrüstungsteilen.“
Die „Geländewagen“ der Wilts für ihre Törns in die hohen Breiten der Hochsee stammen allesamt aus der Feder des Bremer Yacht-Konstrukteurs Kurt Reinke, wurden aber zum Teil modifiziert. Die Sicherheitsmerkmale und Ausrüstung der Schiffe optimierten sie mit jeder neuen Erfahrung. Das letzte, dritte Schiff, getauft 2012, wurde von den Testern der YACHT als „nahezu unkaputtbar“ geadelt.
Was die drei Reinke-Schiffe der Wilts verbindet: Alle tragen den Namen „Freydis“, den Vornamen der Tochter Erichs des Roten, dem sagenhaften Wikinger. Freydis leitete wohl als erste Frau eine Amerika-Expedition der Wikinger. Erich Wilts erinnert sich: „Heide hatte damals die Wikinger-Saga gelesen und festgestellt: Wir haben den Namen für unser erstes Schiff!“
Seitdem sind 45 Jahre vergangen. 45 Jahre in denen Heide und Erich Wilts zu zweit oder mit wechselnden, zahlenden Mitseglern Reviere besegeln, die zu den anspruchsvollsten zählen. Sie überlebten einen Winter nach Strandung in der Antarktis, durchquerten 2016 die Nordwest-Passage. Kenterten, havarierten am Kap Hoorn, verloren ein Schiff im Tsunami. Eine Aufzählung, die sich lange fortsetzen ließe.
Dazwischen viele Seereisen ohne das ganz große Drama. Auch nicht immer in weiter Ferne des nächsten Landes. Von daher lautet eine weitere Bilanz ihrer seemannschaftlichen Revue: Von den 158 Stürmen erlebten die Wilts 118 in Küstennähe. Und dort müssen mitunter völlig andere Strategien ergriffen werden, als wenn ausreichend Seeraum vorhanden ist.
Alle nur denkbaren seglerischen Alternativen für extreme Wettersituationen auf See stehen im Zentrum von Band 1 des neuen Buches. Mehr als 60 Seiten sind Ihnen gewidmet. Raum genug für tief gehende und reflektierte Betrachtungen bestandener Herausforderungen, manchmal der lebensbedrohlichen Art. Zurückhaltend gespickt mit O-Tönen des Schreckens.
Diese 60 Seiten Sturmtaktik haben es in sich und werden auch alle Segler elektrifizieren, die sich primär um die Vermeidung von Starkwind und Stürmen bemühen, wie die meisten. „Doch darin genau liegt der Fehler“, sagt Erich Wilts. „Viele verlassen sich voll und ganz auf Wettervorhersagen und glauben, so könnten sie erst gar nicht in schweres Wetter geraten.“
Dabei wäre es besser, zunächst sich selbst, das Schiff und die Crew auf die Herausforderungen in Extremsituationen vorzubereiten. Doch hier verhält es sich wohl wie im richtigen Leben. Ist die Gefahr zu abstrakt, siehe Corona, neigt der Mensch dazu, sich weg zu ducken, das Drohende zu bagatellisieren. Es wird schon nicht so arg kommen, bei mir doch nicht …
Dabei macht die Realität keinen Unterschied. Nicht bei Corona und nicht auf See. Die drohende Gefahr kommt oft schnell und mit großer Wucht. Zögern kann dann fatal sein. „Bis 8 Bft. sind alle gängigen Maßnahmen noch irgendwie einsetzbar“, sagt Erich Wilts. „Aber ab 10 Bft. (das sind um die 50 kn oder 100 km/h, d. Red.) reduziert sich das Machbare auf ein Minimum.“
Als wichtiger limitierender Faktor im Sturm tritt seine Dauer hinzu. Denn mit jeder Stunde wächst die Wellenhöhe und damit einhergehend die Zahl brechender Wellen. Sie stellen die größte Gefahr für Schiff und Besatzung dar, beschwören lebensbedrohliche Situationen herauf.
Wenn die Gefahr des Kenterns zu groß wird, erfährt die Strategie des Beiliegens seine Grenzen, muss durch Ablaufen mit kleinster Besegelung abgelöst werden, wissen die Autoren, die seit 10 Jahren zudem einen speziellen Reihentreibanker mitführen und immer wieder anschlagen, den Jordan Series Drogue (siehe auch Nautische Nachrichten 4/2016). Eingesetzt haben sie ihn dennoch nie, aber die deutsche Langfahrt- und Einhandseglerin Susanne Huber-Curphey vertraute dem Jordan mehrfach erfolgreich („meine Lebensversicherung“).
Starkwind oder Sturm in Küstennähe führt nach Erhebungen der Autoren weit häufiger zu Havarien. Ihr Credo: Besteht nur der geringste Zweifel, dass ein sicherer Platz an Land erreicht werden kann, lautet das Gebot, möglichst viel freien Seeraum gewinnen. Und selbst ein vermeintlich sicherer Hafen kann zur Falle werden, wenn man ihn nicht rechtzeitig wieder verlässt.
Heide und Erich Wilts haben auch nicht immer alles richtig gemacht, weiß Gott nicht. Auf 10 Seiten zählen sie ihre Fehler auf hoher See und in Küstennähe auf. Decken auf, gestehen ein, wo sie einst falsch lagen, eine Entscheidung vielleicht zu spät revidierten. Nicht aus Sturheit, sondern auch in Kenntnis gängiger Hinweise in der Segelliteratur, die der Praxis nicht standhielten.
Das ist eben das Besondere, Einzigartige dieser zwei neuen Bücher, die in keiner Bordbibliothek fehlen sollten: Hier sezieren zwei Sturmerprobte nicht nur ihr eigenes Verhalten und Fehlverhalten der vergangenen Jahrzehnte, sondern auch die Hinweise der Standard-Literatur im deutschsprachigen Raum und zeigen, wie man im anglo-amerikanischen über Strategien im Sturm denkt und schreibt. Das Ganze garniert mit Bildern in gewohnt erstklassiger Qualität!
„Im Sturm“ sind zwei Bände in einem Schuber. Die Arbeit an diesem Werk mit zusammen über 500 Seiten dauerte mehr als vier Jahre und basiert auf einer mehrteiligen Magazin-Serie der beiden Autoren zum Segeln im Sturm. Heide und Erich Wilts sind seit 50 Jahren Mitglied in der DSV Kreuzer-Abteilung.
Heide & Erich Wilts, Im Sturm, Segeln im Extremwetter
Band I: Strategie & Taktik, Band II: Dramatische Tage
Klappenbroschur im Schuber, 14,8 ×21 cm, 288 & 336 Seiten, ihleo verlag, Husum 2020, ISBN 978-3-96666-017-4, 29,80 EUR

25. Mai 2020, literaturboot, Detlef Jens

Im Sturm
Segeln im Extremwetter

Ich habe nicht vor, jemals noch einmal in einen schweren Sturm zu geraten, ich glaube, ich habe meinen Anteil daran (üb)erlebt. Da ich aber schon vorhabe, noch weiter zu segeln, lässt sich das leider auch nicht ganz ausschließen. Dennoch ist für mich die beste Sturmtaktik, möglichst gar nicht erst in einen Sturm zu kommen. Richtiger Ort zur richtigen (Jahres)zeit, gute Wettervorhersagen, sowie, vor allem, beim Fahrtensegeln niemals unter Zeitdruck planen oder segeln zu müssen sind schon mal keine ganz schlechten Voraussetzungen dazu.
Soweit das Wunschdenken. Trotzdem kann es einen natürlich immer mal wieder ganz schön erwischen. Dann sollte man schon zumindest eine Vorstellung davon haben, was am besten zu tun ist, und welche Optionen man überhaupt hat. Außerdem ist das Thema „Sturm“ so viel und heftig diskutiert wie, sagen wir, das Ankern. Dabei ist ja beides ganz einfach: Man muss nur das Richtige tun. Was aber ist das?
Spannend! Weil es endlos viele unterschiedliche Meinungen dazu gibt. Die meisten davon sind allerdings eher in der Kategorie „Stammtischweisheiten“ angesiedelt, die schlauesten Kapitäne sind eben doch immer die an Land. Oder, anders gesagt: Mach etwas richtig, und kein Mensch sagt etwas dazu. Mach etwas falsch, und Du bist nur noch von lauter Experten umgeben!
Im Sturm – was nun?
Da ist es geradezu wunderbar, auch notwendig, ein so umfassendes wie fast schon wissenschaftlich akribisches und sachliches Werk zum Thema vorliegen zu haben – ich möchte schon fast sagen, dies könnte das deutschsprachige Standardwerk zum Thema „Sturmsegeln“ sein. Verfasst von Heide und Erich Wilts, und die sind nun einmal auch Sturmexperten. Gemeinsam haben sie 160 (!) Stürme erlebt, vom Orkan bis zum Taifun, sowie Strandungen, Kenterung, wochenlanges, erschöpfendes Schwerwetter und den Verlust ihrer Yacht durch den Jahrhundert-Tsunami von Fukushima. Die beiden segelten allein oder mit wechselnden Crews durch die unwirtlichsten Reviere dieser Welt, umrundeten Kap Hoorn viele Male und durchquerten noch mit 75 Jahren die Nordwestpassage. Ihr Wissen ist unbezahlbar.
Aber es geht hier nicht nur um Stürme auf den freien Ozeanen, sondern, oftmals gefährlicher sogar und tückischer, auch um Stürme in Küstengewässern.
Im Sturm, an der Küste und auf See
So ist dieses Buch, diese Bücher – es handelt sich um zwei Bände in einem Schuber – einerseits empirisch fundiert durch diesen enormen Schatz an Erfahrungen, den Heide und Erich Wilts im Laufe des letzten, fast schon halben Jahrhunderts auf wirklich allen Meeren dieser Welt gewonnen haben: Ich kenne niemanden, die oder der mehr eigene Erlebnisse zum Thema beitragen könnte. Andererseits aber auch abwägend durch viele zitierte Quellen, durch die Erfahrungen anderer SeglerInnen, von Moitessier und Hiscock bis zu Erdmann sowie Lin und Larry Pardey oder Linda und Steve Dashew. Nicht zu vergessen meinen Kollegen Peter Bruce, dem ich einst bei der harten Recherche seines bahnbrechenden Werkes „Die besten Pubs an der Küste Südenglands“ tapfer zur Seite stand; hier allerdings eher in Zusammenhang mit dem von ihm überarbeiteten und aktualisierten sowie erweiterten englischen Standardwerk „Heavy Weather Sailing“, ursprünglich verfasst von Adlard Coles. Alles, natürlich, Seeleute vor denen ich nur den Hut ziehen kann und deren, nicht immer übereinstimmende Meinungen aufschlussreich sind.
Recherchen zum Thema Sturm
Auf jeden Fall, das ist nach solch einer Segelbilanz klar, haben Heide und Erich Wilts ihre klare Meinung zu so einigen Themen: „Zu Beginn vertieften wir uns in eine gründliche, zwölfmonatige Recherche und haben zum Thema Schwerwetter nicht nur unsere eigenen Logbücher und Berichte aus mehr als 50 Jahren durchgeforstet, sondern alles gesichtet, was wir an persönlichen Berichten von Seglern und an Fachbüchern zu diesem Thema finden konnten. Dabei stellten wir fest, dass es dazu in der Fachliteratur und bei vielen Seglern in Deutschland (aber nicht nur hier) offensichtlich große Defizite gibt. In den recherchierten Fachbüchern wiederholen die Verfasser unseres Erachtens seit Jahrzehnten in jeder Neuauflage eindeutig überholte, falsche und geradezu gefährliche Ansichten zum Thema Schwerwettersegeln – manchmal erschien es uns, als hätten sie selbst nie erlebt, wovon sie schreiben. Viele Empfehlungen widersprachen sogar krass unseren Erfahrungen. Dazu haben viele wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten 25 Jahre noch gar keinen Eingang gefunden in deutsche Segelfachbücher.“
Auch ihre Einschätzung zur Hochseetauglichkeit von Yachten ist hoch interessant und dürfte vielen Eignern, aber auch Bootskäufern gute Denkanstöße geben. Denn danach wäre die erdrückende Mehrheit der heute produzierten Serienboote ganz eindeutig nicht seetauglich. (Die Diskussion um die CE Zertifizierung von Segelbooten will ich an dieser Stelle nicht beginnen, obwohl das als Thema brisant und spannend ist).
Am Ende hat jede/r eine eigene Philosophie, wenn es um das Segeln geht. Und nicht jeder ist Extremsegler. Aber was sichere, solide Schiffe und adäquate Ausrüstung betrifft, das sollte man schon kennen. Und weil kein Segler vor schwerem Wetter sicher sein kann, sollte er sich auch mit Strategie und Taktik in schwerem Wetter befassen. Zwar muss man, wie überall im Leben, seine eigenen Lösungen finden, aber man kann von den Erfahrungen und dem Wissen der versierten Segler hervorragend profitieren, wobei sie uns (wie hier) auch noch so gut vermittelt werden. Tatsächlich sind sie von unschätzbarem Wert – vom Unterhaltungsfaktor beim „Armchair Sailing“ (vor allem in Band II) einmal ganz abgesehen.
Fazit: Diese zwei Bücher in einem Schuber muss man haben!

6. Februar 2018, YACHT, Uwe Janßen

Von Könnern lernen: So überstehen Sie Starkwind und Sturm
Mit Strategie und Taktik – in einer fünfteiligen Serie verraten die wohl erfahrensten deutschen Schwerwetter-Experten ihre Tipps für besonders windige Törns
Atemberaubende Sturm-Impressionen
Die YACHT-Autoren Heide und Erich Wilts haben 158 Stürme abgewettert und in eindrucksvollen Aufnahmen dokumentiert, wie es ist, wenn die See kocht.

In den Logbüchern von Heide und Erich Wilts sind 158 Stürme verzeichnet. Kaum jemand dürfte hierzulande über größere Expertise zu diesem Thema verfügen. Seit über 50 Jahren besegelt das Paar aus Heidelberg die Meere, aber das allein erklärt diese enorme Zahl an Schwerwetter-Törns nicht. Sie resultiert vielmehr aus der Vorliebe der Wilts für die hohen Breiten und aus dem Umstand, dass sie häufig mit Mitseglern unterwegs sind und deshalb feste Terminpläne einhalten müssen. „Wir müssen das Wetter immer so nehmen, wie es kommt“, sagt Erich Wilts.
Gleichwohl haben die zwei von der „Freydis“ auch in gemäßigten Breiten und etwa auf ihren Atlantik-Passagen außerordentlich schweres Wetter erlebt – und das auch mit der Kamera festgehalten. Ihre Erkenntnisse stützen sich also keineswegs nur auf Abenteuer in windumtosten Gegenden. Größeres Knowhow zum Thema Starkwind und Sturm ist jedenfalls kaum zu finden.

Zusätzlich zu ihrem Erfahrungsschatz haben die Wilts als Autoren der neuen YACHT-Serie eine sehr umfangreiche Archiv- und Literaturrecherche absolviert, mit einem bemerkenswerten Ergebnis: „In der deutschen Fachliteratur gibt es viele Defizite. Sie äußern sich darin, dass die Verfasser seit Jahrzehnten in jeder Neuauflage unseres Erachtens eindeutig überholte, falsche und gefährliche Ansichten zum Thema Schwerwettersegeln wiederholten. Es scheint manchmal, als hätten die Autoren selbst nie erlebt, worüber sie schreiben, manche Empfehlung widerspricht krass unseren Erfahrungen.“ Zudem hätten „viele wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten 25 Jahre“ in die entsprechenden Ratgeber „keinen Eingang gefunden“. Die eigenen Erfahrungen, ein Literaturverzeichnis und eine Bilanz der verheerendsten Stürme und Havarien haben die Wilts hier zusammengetragen.
Mit diesem Hintergrund erklären die Wilts in einem fünfteiligen Report in der YACHT die erfolgreichen Strategien und Taktiken, mit denen Segler solche harschen Bedingungen meistern. Der Begriff „Strategie“ meint dabei im weitesten Sinne diverse Vorbereitungs- und Vorsichtsmaßnahmen:
• die Anforderungen an eine schwerwettertaugliche Yacht,
• die richtige Ausrüstung für harte Bedingungen,
• die seemannschaftlich vernünftige Vorbereitung von Skipper und Crew.
Unter „Taktik“ wird hingegen dezidiert erläutert, welche Reaktionen sich jeweils in akuten Schwerwettersituationen auf See bewährt haben, wobei danach unterschieden werden muss, an welchem Ort es eine Yacht erwischt – auf offener See sind ganz andere Maßnahmen erforderlich als in Küstennähe. Auf all diese Aspekte gehen die Wilts in der neuen Serie sehr genau ein.
Jeder Segler, und sei er noch so vorsichtig, kann in Schwerwetter geraten. Aber Erfahrung haben damit die wenigsten – was also tun, wenn es wirklich Ernst wird? In einer neuen Serie verrät ein sturmerprobtes Skipperpaar, wie Sie heil durch die Hölle kommen.
Falls überhaupt jemand, dann dürften deutschlandweit nur wenige Segler größere Erfahrung bei diesem Thema gesammelt haben als Heide und Erich Wilts.
Seit mehr als 50 Jahren besegelt das Paar aus Heidelberg die Meere, über 300.000 Seemeilen hat es achteraus gelassen. Und 158 Stürme, davon 40 auf hoher See und 118 in Küstennähe, stehen in ihren Logbüchern. Dadurch – und den Bau dreier Yachten unter der Prämisse Seegängigkeit – haben die Wilts, seit 1980 auf weltweiter Fahrt, eine wohl einzigartige Expertise erworben.

Rezensionen in Magazinen

Segeln 02/2021 [PDF 1,8MB]

Ocean7 1/2021 [PDF 1,9MB]

Ostfriesland Magazin 01/2021 [PDF 0,7MB]

Segeln 01/2021 [PDF 0,9MB]

RNZett 12/2020 [PDF 0,2MB]

Mannheimer Morgen 11/2020 [PDF 1MB]

TRANS-OCEAN 10/2020 [PDF 1,9MB]

Tall-Ship news Nr. 114 III/2020 [3,2MB]

Nautische Nachrichten der Kreuzer-Abteilung (NNKA) 02/2020 [PDF 1,5MB]

Esslinger Zeitung [PDF 2,7MB]