Im Sturm – Segeln im Extremwetter

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An die Leser und Leserinnen:

Ein neues Buch?

Im Sturm - Segeln im Extremwetter - Band I - Strategie & Taktik
Band I – Strategie & Taktik

Ja – diesmal ist es unser erstes gemeinsames Werk – eine Art Vermächtnis unseres 50-jährigen Seglerlebens im Hinblick auf unsere Erfahrungen mit Stürmen und die Lehren, die wir daraus gezogen haben. Sie veranlassten uns dieses Buch zu schreiben.

Die Idee, über das Thema Schwerwetter zu schreiben, wurde Anfang 2016 bei einem Gespräch in der YACHT Redaktion geboren. Bis zur Realisierung der fünfteiligen Serie dauerte es aber noch lange. Zu Beginn vertieften wir uns in eine gründliche, zwölfmonatige Recherche und haben zum Thema Schwerwetter nicht nur unsere eigenen Logbücher und Berichte aus mehr als 50 Jahren durchgeforstet, sondern alles gesichtet, was wir an persönlichen Berichten von Seglern und an Fachbüchern zu diesem Thema finden konnten. Dabei stellten wir fest, dass es dazu in der Fachliteratur und bei vielen Seglern in Deutschland (aber nicht nur hier) offensichtlich große Defizite gibt. In den recherchierten Fachbüchern wiederholen die Verfasser unseres Erachtens seit Jahrzehnten in jeder Neuauflage eindeutig überholte, falsche und geradezu gefährliche Ansichten zum Thema Schwerwettersegeln – manchmal erschien es uns, als hätten sie selbst nie erlebt, wovon sie schreiben. Viele Empfehlungen widersprachen sogar krass unseren Erfahrungen. Dazu haben viele wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten 25 Jahre noch gar keinen Eingang gefunden in deutsche Segelfachbücher.

Im Sturm - Segeln im Extremwetter - Band II - Dramatische Tage
Band II – Dramatische Tage

Als die YACHT-Serie zwei Jahre später mitsamt dem umfangreichen Dossier , das unseren Ergebnissen zugrunde lag, erschien, war das Echo aus Redaktion und Leserschaft außerordentlich positiv. Ein YACHT- Leser schrieb: „Der Beitrag ist informativ, sachlich und fundiert ausgefallen – mit Abstand der beste Beitrag, den ich bislang in der YACHT gelesen habe.“ Ein anderer Leser: „Eure Berichte in der Yacht über Sturmsegeln sind das Beste, was ich zu dem Thema gelesen habe – praxisnah und auf den Punkt. Das hat dazu geführt, dass wir uns die Yacht nach längerer Zeit mal wieder gekauft haben.“

Die Reaktion ermutigte uns, den nächsten Schritt zu wagen, das Ganze in Buchform einem größeren Kreis von Seglern zugänglich zu machen und das Thema noch zu erweitern. Das dauerte dann noch einmal zwei Jahre.

Was die Erweiterung angeht: In der Yachtserie gingen wir hauptsächlich auf die „hochseetüchtige“ Yacht ein und auf die Sturmtaktiken „auf hoher See“. In unserer persönlichen Sturmbilanz verzeichnen wir aber von den 160 Stürmen, die wir erlebten, gerade mal 40 auf hoher See und die dreifache Zahl in Küstengewässern. Bei unserer Schadensbilanz war das Verhältnis noch krasser. Und auch die Auswertung diesbezüglicher Literatur und der Trans-Ocean-Hefte führte zu einem ähnlichen Ergebnis. Das veranlasste uns, beim Thema „Sturmstrategie“ eine Yacht nicht nur unter dem Aspekt ihrer „Hochseetüchtigkeit“, sondern auch ihrer „Küstentauglichkeit“ zu prüfen. Und was die „Taktik“ angeht, so sind die auf hoher See erfolgreichen Sturmtaktiken meist gar nicht in Küstengewässern einsetzbar. Da zählen ganz andere Maßnahmen…

Während wir über Strategie und Taktik diskutierten und dabei immer aus dem Fundus unserer Erfahrungen schöpften, kam uns der Gedanke, das Buch als Zweiteiler anzulegen und diesen Fundus selbst zu Wort kommen zu lassen. Der zweite Band sollte die Beschreibungen der interessantesten und lehrreichsten Stürme beinhalten, die wir erlebt – manchmal überlebt haben, beginnend mit dem Sturm bei den Falklands am Sylvester 1981, in dem wir noch glaubten, wir könnten bei 40 bis 50 Knoten gegenan segeln und endet mit dem Sturm 2019 bei den Scillys, in dessen Verlauf wir alle fünf Anker verloren.

Dieses zweibändige Werk über das Segeln in Extremwetter ist unser erstes Gemeinschaftswerk. Es war eine tolle, kreative Zusammenarbeit. Zwar waren wir nicht immer einer Meinung, aber Bücherschreiben ist nun mal harte Arbeit – das gilt für einen Autor und erst recht für zwei Autoren. Dafür stellte sich oft ein Synergie-Effekt ein.

Unser Ziel ist vor allem die Sicherheit der Segler auf See. Denn: „Das Beste, was man von einer Reise mit nach Hause bringt, ist die heile Haut. (Persisches Sprichwort).

Heide & Erich

Pressemitteilung
Wenn das Meer kocht

Wie man im Schwerwetter auf See besteht, zeigen die Segellegenden Heide und Erich Wilts in ihrem neuen Doppelband „Im Sturm“: komprimiertes praktisches Wissen zusammen mit der Erfahrung eines außergewöhnlichen Seglerlebens

Husum, Juni 2020

Der normale Freizeitsegler geht ihnen aus dem Weg: Stürmen. Schon deshalb ist die Erfahrung vieler Yachtbesitzer mit Starkwinden, brechenden Seen oder gar volllaufenden Booten eher gering. Doch es ist nicht immer möglich, allen potenziell gefährlichen Wetterphänomenen auszuweichen.

„Das Wissen über die richtige Vorbereitung, Ausrüstung und das seglerische Knowhow in diesem Bereich ist oftmals diffus und widersprüchlich“, resümieren die Autoren, die seit über 50 Jahre die Meere besegeln.

Die meisten Havarien wie Kenterungen, Mast- und Ruderbrüche, Schiffsaufgaben, Strandungen usw. halten sie, wie andere Fachleute auch, für vermeidbar.

Heide und Erich Wilts sind Sturmexperten, haben sie doch zusammen fast 160 Stürme erlebt, vom Orkan bis zum Taifun, Strandungen, Kenterung, wochenlanges, erschöpfendes Schwerwetter und den Verlust ihrer Yacht durch den Jahrhundert-Tsunami von Fukushima. Die beiden segelten allein oder mit wechselnden Crews durch die unwirtlichsten Reviere dieser Welt, umrundeten Kap Hoorn viele Male und durchquerten noch mit 75 Jahren die Nordwestpassage. Ihr Wissen ist unbezahlbar.

Das Ergebnis ihrer jahrelangen Recherchen sind zwei umfangreiche Bände, vollgepackt mit Wissen und Erfahrungen, vor allem aber mit systematisch aufbereiteten, praxisbezogenen Empfehlungen. Dabei analysieren sie nicht nur die strategischen Vorbereitungen – Schiff und Ausrüstung, Crew und Arbeitsteilung –, sondern geben auch taktische Ratschläge im Umgang mit den unterschiedlichsten Ausprägungen schweren Wetters. Das ist neu, weil ein ganzheitlicher Ansatz, die Fragen sind entsprechend praxisnah: Was tun, wenn’s losgeht? Wenn das Meer verrücktspielt? Mit welchen Taktiken überstehen Skipper und Crew Starkwind und Sturm auf offener See? Und welche besonderen Maßnahmen sind in Küstenrevieren erforderlich, in denen sich nachweislich die meisten Havarien zutragen?

Gerade hier zeigt sich die große Stärke dieses Ratgebers: Denn Sturm ist nicht gleich Sturm, und die Lage stellt sich für Segler zum Beispiel völlig anders dar, wenn der Wind von vorne, seitlich, raum oder von achtern kommt. Die Natur lässt sich nicht in Kategorien zwängen. Und auch jedes Boot reagiert wieder anders. Heide und Erich Wilts differenzieren, sie theoretisieren nicht, sondern sind Praktiker. Man merkt immer, dass sie selbst genau die kritischen Punkte kennen.

Der erste Band ihrer beiden Sturmbücher befasst sich systematisch mit all den Fragen, die man als verantwortungsvoller Skipper vorab klären sollte: Beschaffenheit des Schiffes, Ausrüstung, Arbeitsteilung an Bord, ja selbst Seekrankheit und die Vorsichtsmaßnahmen, wenn die Crew möglicherweise nicht gleichmäßig leistungsfähig oder belastbar ist. Hier zeigt sich die Erfahrung des Seglerpaars.

Diese wird durch die Analyse der verschiedenen seglerischen Situationen getoppt: Erstmals erhält nun ein Bootsführer eine umfassende praktische Anleitung für die Reaktion auf die unterschiedlichsten meteorologischen Phänomene: Seegang, Wellen, brechende Seen, Wind unterschiedlichster Stärke. Das fehlte bislang empfindlich.

Dabei zeigen die Autoren ausdrücklich die Grenzen dieser Vorbereitung auf: Es ist nicht alles planbar. Ihr Kapitel „Aus Fehlern lernen“ ist eine Offenbarung. Darin führen die Autoren an die 40 Beispiele an – zu denen kein Skipper wird sagen können: „Das wäre mir niemals passiert.“ Denn es passiert. Profis, Berühmtheiten, Anfängern genauso wie langgedienten Kapitänen.

„Die Liste der fatalen Fehler ist erstaunlicherweise übersichtlich“, fasst Erich Wilts die Lage zusammen. „Tragisch ist zum Beispiel, dass die Aufgabe eines noch schwimmenden Bootes eine der häufigsten schweren Fehlentscheidungen bleibt.“

Damit hat er recht. Neben den vielen ertrunkenen Seglern, deren noch seetüchtige Schiffe man gefunden hat, wurde gerade erst – 2020 – ein 77 Meter langer Frachter vor Irland angespült, der vor anderthalb Jahren von der Besatzung aufgegeben wurde. Das Schiff war unversehrt. Wirklich kein Einzelfall. Fatal auch die aus Panik oft getroffene Fehlentscheidung, bei aufkommendem Sturm eilig Schutz in einer Bucht oder einem Hafen zu suchen, statt Seeraum zu gewinnen und den Sturm draußen abzuwettern – die zwar unbequemere, aber sichere Variante.

Im zweiten Band ihrer Sturm-Enzyklopädie legen die Wilts deshalb großes Gewicht auf die Erfahrungen, die sie selbst gesammelt haben. In fesselnden Berichten und eindrucksvollen Fotos von großer Aussagekraft dokumentieren sie, wie es ist, wenn die See kocht. Und wie es ist, wenn manchmal einfach nur ein Quäntchen Glück oder Pech ausschlaggebend ist. Entstanden ist eine einmalige Zusammenstellung außergewöhnlicher Erfahrungen in allen Bereichen der Weltmeere – in Stürmen am Kap Hoorn ebenso wie in Taifunen im Südwestpazifik oder in Orkanen im Südindischen Ozean –, die schon allein aufgrund ihrer Dramatik lesenswert sind.

Im Sturm ist das seglerische Vermächtnis von Heide und Erich Wilts: auf das Wesentliche verdichtete Wissen, unterfüttert mit außergewöhnlicher Erfahrung – ein neuer Standard in der Seglerliteratur.

Das Buch erscheint in hochwertiger Aufmachung und ist ab sofort im Buchhandel oder direkt beim ihleo verlag in Husum erhältlich.

Die vollständigen Titeldaten lauten:

Heide & Erich Wilts: Im Sturm
Segeln im Extremwetter

Band I: Strategie & Taktik
Band II: Dramatische Tage

Klappenbroschur im Schuber, 14,8 ×21 cm, 288 & 336 Seiten, ihleo verlag, Husum 2020, ISBN 978-3-96666-017-4, Ladenverkaufspreis 29,80 € (brutto)

Über uns
Der ihleo verlag ist ein unabhängiger Buchverlag aus Husum (Nordsee), der in kleinen, exklusiven Auflagen bislang in Deutschland unbekannte Autoren mit eigener, außergewöhnlicher Stimme veröffentlicht. Mehr unter: www.ihleo-verlag.de

Pressekontakt:
ihleo verlag
Ansprechpartner: Dr. Oliver Ihle
Schlossgang 10, 25813 Husum, Telefon +49 (0) 48 41/69 44 89-0, Telefax +49 (0) 48 41/63 37 97, E-Mail: presse@ihleo-verlag.de

Weitere Informationen und hochauflösende Bilder für die Presse finden Sie auch unter: http://www.ihleo-verlag.de (Rubrik: „Presse“)

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