Asche auf unser Haupt…

…und auf die Freydis regnet es seit einer Woche.

Kodiak, den 3. September 2015

An unsere Freunde und Mitsegler

Der Ausbruch des Vulkans Katmai liegt zwar schon über 100 Jahre zurück, aber immer wenn es aus Nordwesten bläst, wird seine Asche von den Hängen der Alaska-Halbinsel aufgewirbelt. Sie zieht als graue Wolke über die Shelikof-Strasse und Kodiak hinweg und hinterlässt überall ihre Spuren. Auch das gerade noch von der abrückenden Crew sorgfältig gereinigte Deck und das Cockpit der Freydis bekommen ihren Teil ab. Auf dem UKW-Wetterkanal werden die Bewohner Kodiaks in der Endlos-Schleife alle fünf Minuten gewarnt: Wer empfindlich ist, soll das Haus möglichst nicht verlassen.

Es ist der vierte Herbst, den wir im Golf von Alaska erleben und immer wieder machen wir die gleiche Erfahrung: Ende August wird es ungemütlich, dann lässt die Kraft der Sonne nach, das stabile Hoch über dem Beringmeer bricht zusammen und die Tiefs rücken näher.

Am Dienstag vor einer Woche war es – ausnahmsweise – windstill. Die letzte Crew hatte gerade die Heimreise angetreten. Wir nutzten die Gunst der Stunde und liessen die Freydis mit dem Travellift an Land heben. Ab Mittwoch hat es angefangen, aus NW zu wehen und zu stürmen – und das ohne Unterbrechung bis heute. Vorausschauend hatte Bill (der Manager von Fuller´s Shipsyard) am Mi-Nachmittag an der Freydis seitlich zusätzliche Stützen an beiden Seiten angebracht. Laut Wetterbericht waren 40 Knoten mit Böen von 50 zu erwarten. Tatsächlich wurden es in der Nacht zum Donnerstag aber 65 Knoten. Natürlich haben wir nicht gut geschlafen in dieser Nacht, aber wir haben uns dann mit dem Gejaule in der Takelage, den Erschütterungen beim Einfallen der Böen und dem grauen Asche-Regen, der auf uns niederging, abgefunden.

Die Tage sind ausgefüllt mit dem Aufklaren der Freydis, die Ende dieser Woche winterfest sein muss. Dann fliegen wir nach Deutschland und kehren erst im nächsten Frühjahr nach Kodiak zurück. Die Temperaturen werden hier bis auf minus 15–20°C fallen, entsprechend sorgfältig muss alles gegen Frostschäden abgesichert sein. Bei der alten Freydis wurde das über die Jahre zur Routine. Bei der Neuen jedoch ist Vieles komplizierter: etwa die Kühlkreisläufe der Hauptmaschine, Auspuffkühlung, Pumpen, Trinkwassersysteme, Boiler, Toiletten, Batterien. Ganz besonders umständlich ist der Ausbau der Druckzylinder der Wasseraufbereitung (Watermaker). Keiner hat vor vier Jahren beim Einbau daran gedacht, dass die empfindlichen Membranen solche Minusgrade nicht abkönnen. Also muss das unter den Backskisten installierte System ausgebaut und in beheizten Räumen untergestellt werden.

Nebenbei arbeiten wir die diesjährige Reise von Japan nach Alaska auf. Heide schreibt über den letzten Törn von Dutch Harbor nach Kodiak, der äußerst abwechslungsreich war und voller schöner Erlebnisse. Erich hat sich das erste Mal seit unserem Start in Nagasaki im April des Jahres (2015) über seine Bilder hergemacht, die – auf Festplatte abgespeichert – sortiert, verdichtet und bearbeitet werden müssen.

Unser Dank gilt nun unseren sechs Mitseglern des letzten Reiseabschnitts von Dutch Harbor nach Kodiak. Liebe Andrea+Horst, Lore+Hilke, Wolfgang+Ulrich: Es war schön mit Euch! Nach den Erlebnissen der letzten drei Wochen wisst Ihr nun, warum wir noch einmal nach Alaska wollten – allen Widrigkeiten zum Trotz.

Herzliche Grüsse
Heide & Erich

Die letzte Crew…

…findet Ihr hier in Wort & Bild.

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5 Antworten zu Asche auf unser Haupt…

  1. Wolfgang & Susanne Minneker sagt:

    Es ist eine wahre Freude die Freydis und Euch in Alaska wieder zu sehen!! Wir erinnern uns noch an den am Boden zerstörten Erich beim Japan-Vortrag in Heidelberg, nachdem die gute alte Freydis im Tsunami verschollen war. Sein nächstes und wiederholtes Ziel Alaska war damals in so weite Ferne gerückt. Wer einmal die Gelegenheit hatte Alaska vom Wasser aus zu erleben, kann die magische Kraft dieses Ziels verstehen, das mit seiner atemberaubenden Natur anziehend wirkt wie ein Magnet. Die Freydis ist zurück! Bis heute zählt unser Alaska-Trip auf der alten Freydis zur spektakulärsten Reiseerfahrung. Wir wünschen Euch, liebe Heide und lieber Erich, noch viele schöne Stunden und Erfahrungen in Alaska.

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