Stippvisite in Alaska und neue Pläne

Hallo Freunde,

seit gestern sind wir von einer Stipvisite aus Alaska zurück. Unsere lange vor Fukushima gebuchten Flüge wollten wir nicht verfallen lassen und haben sie für Recherchen genutzt. Ausserdem tat uns ein bisschen Abstand zu den turbulenten und kräftezehrenden Ereignissen der letzten 6 Monate ganz gut. (Fukushima liegt nun auf den Tag genau 6 Monate zurück).

Besucht haben wir die Eskimosiedlungen Nome und Dillingham am Beringmeer. Nome mag vielleicht dem einen oder anderen von Euch als Ziel des bekannten Iditarot-Hundeschlittenrennens bekannt sein. Dort leben auch jetzt noch ca. 500 Menschen von der Suche nach dem edlen Metall – als Wertanlage und Spekulationsobjekt zur Zeit besonders begehrt.

Von Dillingham aus, einem Fischerort, der nur Insidern bekannt ist, starten viele Fischer mit ihren Booten zum Lachsfang in der Bristolbay. Es ist dieser Lachs, der dann irgendwann auch bei Aldi in geräuchertem Zustand angeboten wird. Die Walross-Ansammlungen ganz in der Nähe konnten wir leider nicht besuchen, weil zu dieser Zeit die Eskimos gerade Jagd auf sie gemacht haben (aber jetzt wissen wir wenigstens, wie wir mit der nächsten Freydis dort hinkommen). Und wir haben uns mit neuen Pilots (Seehandbüchern) von Alaska eingedeckt sowie mit Heilbut-Angelhaken. Man kann ja nie wissen….

Zum Schluss hatten wir noch eine knappe Woche Zeit für Fairbanks und Kontakte mit zahlreichen Wissenschaftlern an der dortigen Uni. Sie arbeiten an Projekten, die besonders Heide interessieren: Die Auswirkungen der globalen Klimaveränderung auf Beringmeer und Arktis, die Besiedlung Amerikas über die Beringbrücke (Landbrücke zwischen Asien und Amerika), neueste Forschungsergebnisse über Killerwale und andere Themen. Auch viele deutsche Wissenschaftler arbeiten zur Zeit in den Instituten dieser wirklich supermodernen und zukunftsweisenden Universität.

Langweilig wurde uns nie: Auf der einen Seite ständig neue Begegnungen mit Eskimos und Abenteurern aus aller Welt, auf der anderen Seite interessante Gespräche mit wissenschaftlichen Experten, deren Ergebnisse weitreichende Folgen auf politische und wirtschaftliche Entscheidungen haben werden, die letztlich uns alle betreffen.

Obwohl so kurz, hat uns dieser Abstecher viel gegeben und wir danken unseren Gastgebern für ihre Freundschaft, nicht zuletzt Frau Dr. Leonie DeRamus, Fachärztin für Notfallmedizin in Fairbanks und Herrn Dr. Bill Cox, Radiologe, und seiner taiwanesischen Frau Aimy in Nome.

Ab heute ist wieder die neue Freydis dran…

…und es heisst: VOLLE KRAFT VORAUS !!

Der neue Einrichtungsplan

Morgen bringen wir die neue Hauptmaschine von Koblenz zur Freydis nach Düren, einen gebrauchten, generalüberholten Mercedes-Diesel Saugmotor vom Typ OM 366 mit 126 PS, der von der Firma KPM in Koblenz marinisiert und elektrisch verkabelt wurde. Wenn die Maschine Ende des Monats eingebaut ist, sind wir schon ein Riesenstück weiter. Wir sind gut im Zeitplan und werden Anfang Oktober einen Überblick geben über das, was sich bis dahin getan hat und über das, was noch ansteht.

Diejenigen, die in Heft 18 der „YACHT“ unseren Bericht „KEIN SCHIFF VON DER STANGE“ gelesen haben, kennen auch schon unseren Zeitplan für die nächsten Monate:

  1. Bis zum 31. März 2012: Ausbau der Freydis III auf der Werft Matzerath in Düren
  2. April 2012: Mastsetzen und restliche Arbeiten in Leer
  3. Mai/Juni 2012: Kurze Probeschläge im Dreieck Borkum – Sylt – Cuxhaven mit denen, die uns beim Bau unterstützt haben und mit Mitseglern der ersten Etappen
  4. 1. – 13. Juli 2012: Ausrüstung für die Weltreise
  5. 14. Juli 2012: START zur Weltumsegelung in Leer
  6. 14. Juli – 17. Dez 2012: In sieben Etappen über Ärmelkanal, La Coruna, Lissabon, Madeira, Kanaren, Kap Verden, Atlantik, Grenada, südliche Karibik (Venezuela) zu den San Blas Inseln (Panama)
  7. Februar – Oktober 2013: In 10 Etappen durch die Südsee von Panama über die Galapagos, Marquesas, Tuamotus, Gesellschaftsinseln, Cookinseln, Niue, Tonga, Fidji, Neukaledonien nach Opua/Neuseeland oder Townsville/Australien

Törnpläne

Die Törnpläne für 2012 + 2013 haben wir ausgearbeitet und haben sie ins Netz gestellt. Aus historischen Gründen haben wir die hinfälligen »alten« Törnpläne für 2011 und 2012 im Archiv des Weblogs belassen.

Törngebühren

Die Törngebühren und Bordkasse bleiben für Frühbucher bis zum 31.12.2011 unverändert auf dem Niveau der letzten fünf Jahre.

Viele von Euch haben uns Hilfe angeboten. Wir werden einige Arbeitswochenenden in Düren einrichten. Wer mithelfen will, ist herzlich willkommen. Dafür werden wir uns gerne mit einer Einladung zu einem der Probeschläge im Mai/Juni nächsten Jahres revanchieren.

Seid herzlich gegrüßt,

Heide & Erich

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